Bei der Verleihung in München v.l.n.r.: Martin Rattini (Helios Sustainable Films), Schauspieler Thomas Prenn, Regisseur Michael Kofler, Wasiliki Bleser (Starhaus Filmproduktion), Renate Ranzi (IDM Film & Music Commission Südtirol), Nina Spilger (Starhaus Filmproduktion), Erwin Hinteregger (CEO IDM Südtirol).
Die IDM Film & Music Commission Südtirol geförderte Produktion „Zweitland“ des Südtiroler Regisseurs Michael Kofler wurde beim Bayerischen Filmpreis mit dem „Newcomer-Regiepreis“ ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen einer festlichen Verleihung am vergangenen Freitag, 23. Januar in München verliehen. Der Bayerische Filmpreis ist nach dem Deutschen Filmpreis die höchstdotierte Auszeichnung für Kinofilme in Deutschland. Mit dem Südtiroler Thomas Prenn sowie Aenne Schwarz, Laurence Rupp und Francesco Acquaroli prominent besetzt.
Begründung der Jury: „Heimat. Wie prägt sie dich, wie zerrt sie an dir? Fragen, die sich Regisseur Michael Kofler in seinem Kinodebüt „Zweitland“ stellt. Er stammt aus Südtirol, eine Region, die wir heute als wohlhabenden Touristenmagnet kennen und als Musterbild des Zusammenlebens von Deutschen und Italienern. Doch vor der Autonomie stand ein erbittert geführter Kampf um Freiheit und Identität, eine Zeit, die bis heute viele Narben in Südtiroler Familien hinterlassen hat und nie richtig aufgearbeitet wurde – auch filmisch nicht. Jahrelang hat Michael Kofler an seinem Herzens-Projekt „Zweitland“ gearbeitet. Das Ergebnis: ein kraftvolles, authentisches Werk, mit einem einfühlsam geführten Schauspiel-Ensemble, das in natürlicher Weise auf Italienisch und im Südtiroler Dialekt spielt. Michael Kofler ist ein „Heimatfilm“ gelungen, der in jeder Szene den Wert dieser Heimat und der dazugehörigen Identität hinterfragt. Dabei verzichtet er auf Südtiroler Postkartenmotive, sondern zeigt eine Landschaft, rau, abgründig, faszinierend, so wie seine Figuren, die im Dilemma stecken zwischen Loyalität zur Familie und der Sehnsucht nach einer eigenen Identität. „Zweitland“ erzählt vom Strudel aus Gewalt und Willkür, der sich in die Familien hineinfrisst, aber auch von der Hoffnung, dass ein friedliches Zusammenleben – trotz aller Gegensätze – möglich ist. Für ein Regiedebüt eine große, reife Leistung.“
Regisseur Michael Kofler kehrte für die Dreharbeiten zu seinem Langfilmdebüt „Zweitland“ im Sommer 2023 in seine Südtiroler Heimat zurück und drehte vor Ort unter Mitwirkung zahlreicher Südtiroler Filmschaffenden. Die Dorfszenen wurden in Gais gedreht. Weitere Drehorte waren Meran, Vöran und das Villnößer Tal.
Das Historiendrama „Zweitland“ ist von deutscher Seite von der Münchener Starhaus Filmproduktion produziert, aus Bozen unterstützt Helios Sustainable Films und aus Österreich KGP Filmproduktion. Neben der IDM Film Commission Südtirol, die die Produktion mit 550.000 Euro unterstützte, erhielt „Zweitland“ auch von der FFF Bayern, der BKM (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien), dem Österreichischen Filminstitut, dem italienischen Kulturministerium (MIC – Ministero della Cultura) sowie dem Amt für Film und Medien der Autonomen Provinz Bozen Förderung.
Michael Kofler inszenierte die im Jahr 1961 angesiedelte Geschichte nach eigenem Drehbuch. Die Idee zu „Zweitland“ hat er bereits 2011 im Rahmen der ersten Ausgabe des RACCONTI Script Lab der IDM Film & Music Commission Südtirol zu Papier gebracht und wurde mit dem 1. Platz ausgezeichnet.
Zum Inhalt: Südtirol, 1961. Die norditalienische Region wird durch eine Serie von separatistischen Bombenanschlägen erschüttert. Während der junge Bauernsohn Paul der Perspektivlosigkeit seines Dorfes entkommen und Malerei studieren will, kämpft sein älterer Bruder Anton kompromisslos für den Schutz der deutschsprachigen Minderheit – notfalls mit Gewalt. Nachdem Anton als einer der Attentäter enttarnt wird, flieht er und lässt Hof und Familie zurück. Widerwillig verschiebt Paul seine eigenen Pläne, um Antons Frau Anna und ihren kleinen Sohn zu unterstützen. Während die Lage eskaliert und die italienische Polizei hart durchgreift, beginnt Anna sich zunehmend gegen die patriarchalen Strukturen ihres Umfelds zu wehren. Paul hingegen muss sich entscheiden – zwischen familiärer Loyalität und persönlicher Selbstverwirklichung.
In seinem Kinodebüt beleuchtet Regisseur Michael Kofler packend und eindringlich die Ereignisse rund um die „Feuernacht“ in Südtirol. Thomas Prenn (HOCHWALD) und Laurence Rupp (VENI VIDI VICI) überzeugen als gegensätzliches Bruderpaar an der Seite von Aenne Schwarz (LEIBNIZ – CHRONIK EINES VERSCHOLLENEN BILDES) als moderne Vordenkerin.
Einreichungsdeadline für Fördercalls:
Call #2: 5. Mai 2026
Call #3: 8. September 2026
Mehr zur IDM Film & Music Commission Südtirol:
film-music.idm-suedtirol.com
