Den Ehrenpreis Lebenswerk des Deutschen Schauspielpreises erhält nach der Entscheidung des Vorstands des Bundesverbands Schauspiel (BFFS) in diesem Jahr die Schauspielerin Hildegard Schmahl.
Aus der Begründung der Jury: „Hildegard Schmahl ist eine Schauspielerin die stets neue Wege in ihrer Arbeit suchte und sucht. Ja, wahrlich eine Suchende: Nach der inneren Stimme der Rolle, nach ihrer eigenen in der Rolle, damit beide verschmelzen können, um dem Publikum Erlebtes und noch nicht Erfahrenes zu erzählen. Wissend, daß die neuen Wege nicht immer Hauptwege sind, aber darauf vertrauend, daß diese Nebenwege auch zum Hauptweg führen können. Freude am Verirren, in Sackgassen zu landen und einfach nicht-mehr-weiter-wissen, sind Momente die Schätze bergen, die man nie verwerfen sollte. Das weiß Hildegard Schmal und schöpft daraus mit vollen Händen…“
Und weiter: „Egal ob auf der Bühne oder vor der Kamera, keinem entgeht ihre ausdrucksstarke Stimme. Ihr Respekt gegenüber der Sprache ist eine der Besonderheiten ihrer Schauspielkunst.“
Hildegard Schmahl, ausgebildet am Hamburgischen Schauspielstudio, begann ihre einmalige Bühnenkarriere am Schauspielhaus Hamburg. Nach Stationen an zahlreichen großen deutschsprachigen Bühnen u.a. in Bern, Braunschweig, dem Schauspielhaus Bochum, am Schillertheater Berlin oder in Stuttgart, ging sie für einige Jahre an George Taboris Wiener Theater „Der Kreis“, wo sie in „Masada“ mit Michael Degen spielte, Ehrenpreisträger des Deutschen Schauspielpreises 2022, oder in Taboris Shakespeare Bearbeitung „Lears Schatten“ den König Lear gab. 1990 wechselte sie an das Thalia Theater nach Hamburg zurück, die Stadt, in der sie bis heute lebt.
Aber nicht nur auf der Bühne feierte sie Erfolge. Seit 1964 ist sie regelmäßig im Film- und Fernsehen zu sehen, unter anderem in Filmen wie „Nirgendwo in Afrika“ (2001), „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ (2001) oder Jan Georg Schüttes improvisierter Ensemblefilm „Altersglühen – Speed Dating für Senioren“ (2014) und Matti Geschonnecks „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (2017).
Hildegard Schmahl steht als Ehrenpreisträgerin des Deutschen Schauspielpreises in einer Reihe mit Charles Brauer (Ehrenpreisträger 2024) Thekla Carola Wied (2023), Michael Degen (2022, posthum), Cornelia Froboess (2021), Dieter Mann (2020), Christine Schorn (2019), Peter Simonischek (2018), Hanna Schygulla (2017), Armin Mueller-Stahl (2016), Rolf Hoppe (2015), Senta Berger (2014), Götz George (2013) und Katharina Thalbach (2012).
Die Verleihung des Deutschen Schauspielpreises 2025 findet am 9. Oktober im Hotel Pullman Berlin Schweizerhof statt.
Über den Deutschen Schauspielpreis:
Der Deutsche Schauspielpreis wurde vom Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) ins Leben gerufen und während der Berlinale 2012 zum ersten Mal verliehen. Die Preisverleihung ist eine Non-Profit-Veranstaltung, die nur durch ein breites ehrenamtliches Engagement der Schauspieler*innen, zahlreicher Freund*innen und Unterstützer*innen, Förder*innen und Sponsor*innen ermöglicht wird.
www.schauspielpreis.com
Über den Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS):
BFFS steht für Bühne, Film, Fernsehen, Sprache. Gegründet 2006 ist der BFFS als Verband und Gewerkschaft mit seinen über 4.300 inzwischen die größte nationale Schauspieler*innen Organisation und die mitgliederstärkste Berufsvertretung der deutschen Film-, Fernseh- und Theaterlandschaft. Der BFFS vertritt die berufsständischen sowie die gewerkschaftlichen Interessen der Schauspieler*innen in Deutschland. Er will die kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, rechtlichen, tariflichen und sozialen Rahmenbedingungen verbessern bzw. schaffen, die sowohl den einzigartigen Schauspielberuf schützen, bewahren und fördern als auch die besondere Lebens- und Erwerbsituation der Künstler*innen berücksichtigen, die diesen Schauspielberuf ausüben.
