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Gilde Filmpreise für den Wettbewerb und Generation 14plus vergeben

Zum 36. Mal vergab der Arthouse-Kinoverband AG Kino – Gilde e.V. den Gilde Filmpreis für den besten Film im internationalen Wettbewerb der Berlinale. Bereits zum sechsten Mal zeichneten zudem junge Kinomacherinnen aus der AG Kino – Gilde in der Jury ‚Cinema Vision 14plus‘ ihren Favoritenfilm in der Sektion Generation 14plus aus.

Bester Film im Wettbewerb:
 

GELBE BRIEFE
von Ilker Çatak
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Begründung der Jury:
Es ist das Wesen unserer modernen Gesellschaften, dass wir zwischen Anpassung und Abgrenzung, zwischen autoritären und freiheitlichen Strukturen changieren. In „Gelbe Briefe“ existieren demokratische und diktatorische Gesellschaftsstrukturen nebeneinander. Die Innenansicht der Türkei, wie sie heute existiert, wird ins Stadtbild von Berlin und Hamburg (Ankara und Istanbul) verlegt. Ein toller Kunstgriff, weil er die gesellschaftliche Entwicklung, in der wir uns aktuell auch in ganz Europa und weltweit befinden, auf den Punkt bringt. Das Nebeneinander von Gradlinigkeit und Anpassung spiegelt sich kongenial im Figurenensemble und deren Spiel. In persönlich unsicheren Zeiten fallen die Protagonisten in scheinbar überwunden geglaubte patriarchalische Verhaltensmuster zurück.

Lobende Erwähnung:
 
THE LONELIEST MAN IN TOWN

von Tizza Covi und Rainer Frimmel
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Begründung der Jury:
Ein Film wie ein guter Bluessong. Ein Wiener Original in einer leider aussterbenden Welt, der zeigt, dass die analoge Welt mit ihren Schallplatten und Zeitschriften ihren eigenen Zauber hat. Der Bluesmusiker Alois alias Al Cook spielt sich in der schönsten Überraschung des Berlinale-Wettbewerbs selbst.

Die Jury für den Wettbewerb der Berlinale 2026 bestand aus:
Claudia Dostal (Yorck Kino GmbH, Berlin)
Hans Jörg Bondiau (Zoom Kino, Brühl)
Kathrin Bohm-Berg (multiculturelles centrum, Templin)

Bester Film in der Sektion Generation 14plus:

WHAT WILL I BECOME?
von Lexie Bean und Logan Rozos
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Begründung der Jury:
Der Film kreiert einen Ort, gehört und gesehen zu werden – bewusst, authentisch, sicher. Eine selbstgebaute Höhle, in die wir hinein krabbeln, die in unserer Gesellschaft nicht existiert. Wir haben Raum für Wut, Trauer, Überforderung. Trotzdem hinterließ er uns mit Hoffnung – dem Wunsch nach Akzeptanz, Unterstützung, Liebe.
Danke Lexie, Logan, für persönliche Lebensgeschichten, die zu einem Teil von uns wurden. Dass ihr die transmännliche Community sichtbar macht und für uns da seid.
Danke für WHAT WILL I BECOME?
Danke, dass ihr diese Frage stellt.
Danke, dass ihr da seid.

Lobende Erwähnung:
 
SUNNY DANCER
von George Jaques
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Begründung der Jury:
Unsere lobende Erwähnung gilt einem Film, der uns mitnimmt in eine Momentaufnahme, ganz ohne Filter. Der Film hat uns direkt zum Auftakt des Festivals alle Emotionen durchleben lassen und zusammengeschweißt. Mit dieser Energie verlassen wir tänzelnd und als Teil dieser besonderen Clique den Kinosaal. Begeben uns als Freund*innen gemeinsam auf die weitere Achterbahnfahrt durch die gesamte Bandbreite des Generation 14plus-Programms. Danke George, dass Du uns mit SUNNY DANCER hast tanzen lassen, selbst wenn wir uns nicht immer danach gefühlt haben.

Die Jury Berlinale Generation 14plus 2026 bestand aus:
Nadine Melzer (Scala Kino, Leverkusen)
Ophelia Hertel (Broadway Filmtheater, Trier)
Dina Schilke (Capitol Arthouse Kino, Mainz)
 
Die Arthouse Kinobetreiber:innen gratulieren zu diesen Preisen.

Zudem vergab erneut zwei Jurys der Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essai (CICAE), dem internationalen Verband von Filmkunsttheatern, dem die AG Kino-Gilde angehört, Preise für den besten Film in der Sektion Panorama und der Sektion Forum.

Bester Film der Sektion Panorama:

STAATSSCHUTZ
von Faraz Shariat
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Begründung der Jury:
Dieser Film spricht eines der drängendsten Probleme unserer Zeit, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, an. Er konfrontiert uns mit der Illusion der Neutralität innerhalb von Institutionen, die Objektivität für sich beanspruchen, und deckt auf, wie Systeme, die eigentlich schützen sollen, rassistische Gewalt herunterspielen oder verschleiern können. Er zeigt mit schmerzhafter Deutlichkeit, dass kein Maß an Professionalität oder Integrität diejenigen schützen kann, die nicht als dazugehörig angesehen werden. Die Geschichte hinterfragt unsere vorbildlichen Modelle der Gerechtigkeit und fragt uns, wo wir stehen. Akzeptieren wir systemische Unterdrückung, die als Einzelfälle getarnt sind, oder fordern wir etwas Besseres? Für seinen Mut und seine Dringlichkeit geht unser Preis an „Staatsschutz“

Die CICAE-Jury für das Panorama der Berlinale 2026 bestand aus:
Lukas Berberich (Schweden)
Patryk Chromik (Polen)
Elena Ciofalo (Italien)

Bester Film in der Sektion Forum:

DE CAPUL NOSTRU – ON OUR OWN
von Tudor Cristian Jurgiu
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Begründung der Jury:
Dieser Film erforscht meisterhaft tiefgründige und komplexe gesellschaftliche Themen mit Wärme, Sensibilität und einer erfrischend leichten Note. Durch ein fesselndes Erzählen und eine visuell natürliche, immersive Kameraführung zieht er das Publikum mühelos in seine Welt hinein und lässt es eng mit der sich auf der Leinwand entfaltenden Reise mitfühlen. Seine durchdachte Balance zwischen Tiefgang und Zugänglichkeit sorgt dafür, dass er generationenübergreifend Anklang findet und sowohl junge Zuschauerinnen und Zuschauer als auch Erwachsene gleichermaßen begeistert. Indem der Film bedeutungsvolle Themen mit universeller Anziehungskraft verbindet, hebt er sich als kraftvolle und zugleich unterhaltsame cineastische Leistung hervor, die durch die herausragende Darbietung des Ensembles vollendet wird.

Die CICAE-Jury für das Forum der Berlinale 2026 bestand aus:
Consuelo De Choudens-Holzer (Frankreich)
Ingrid Machado (Brasilien)
Francesc Villallonga (Soanien)

THE TEACHERS’ LOUNGE wins LUX European Audience Film Award 2024

The European public and the members of the European Parliament have voted THE TEACHERS’ LOUNGE by German director İlker Çatak the winner of the LUX European Audience Film Award. In a ceremony in the European Parliament’s hemicycle in Brussels the Award was given to Johannes Duncker who together with İlker Çatak wrote the screenplay. The film, produced by German production house if…productions tells a story about Carla, a young high school teacher, distinguished from her colleagues by her idealism. When a series of unsolved thefts sour the atmosphere among the teaching staff, Carla decides to investigate. With the help of a hidden camera and to everyone’s surprise, she exposes the thief but her revelation unleashes forces that slide steadily out of control and presents Carla with an unsolvable dilemma.

European Parliament Vice-President Evelyn Regner (S&D, AT) said: “Culture and cinema in particular play a pivotal role in solidifying our sense of a shared European identity. The values at the heart of our European democracy are the same as the ones depicted in today’s films. Today, we remember together how precious and fragile democracy is, especially now that the European Elections are only a few weeks away.”

Mike Downey, Honorary president of the LUX Selection Committee and Chair of the European Film Academy, commented: “All of the nominees were winners in our view, and all of the films draw attention to the fact that cinema not only enhances the imagination but also shows our entire world in multiple perspectives, and has the power to broaden our vision and thinking. We just have to look at the five candidates for this year’s award – great works of art which are diverse, entertaining, and socially engaged in the world in which we live.”

Co-writer and director of the winning film İlker Çatak, co-writer Johannes Duncker and producer Ingo Fliess said in a statement: “Our heartfelt gratitude to our audience and the esteemed members of the European Parliament. We are deeply honoured by the widespread reception of our film among viewers in Europe and beyond. This recognition underscores the vital role of teachers as the unsung heroes of our society. With utmost respect, we dedicate this award to them.”

The other four films shortlisted for the award were: 20,000 SPECIES OF BEES by Spanish director Estibaliz Urresola Solaguren, FALLEN LEAVES by Finnish director Aki Kaurismäki, Berlinale winner ON THE ADAMANT by French director Nicolas Philibert, the winner of European Documentary at the European Film Awards 2023 SMOKE SAUNA SISTERHOOD by Estonian director Anna Hints. 

The winning film was chosen by combining a public vote and a vote by MEPs, with each weighted at 50%. 

Further information:

LUX Audience Award

EP Multimedia Centre: free photos, video and audio material (LUX Award 2024)

www.europeanfilmacademy.org

Das sind die Nominierten für den LUX Audience Award 2024

Die European Film Academy gibt die Nominierungen für den LUX Audience Award bekannt, der vom Europäischen Parlament und der European Film Academy in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und Europa Cinemas verliehen wird. 

Dies sind die fünf nominierten Filme: 

  • 20.000 ARTEN VON BIENEN Regie: Estibaliz Urresola Solaguren (Spanien)
  • DAS LEHRERZIMMER Regie: İlker Çatak (Deutschland)
  • FALLENDE BLÄTTER Regie: Aki Kaurismäki (Finnland, Deutschland)
  • AUF DER ADAMANT Regie: Nicolas Philibert (Frankreich, Japan)
  • SMOKE SAUNA SISTERHOOD Regie: Anna Hints (Estland, Frankreich, Island)

Die Bekanntgabe der Nominierungen ist der offizielle Startschuss für den LUX Audience Award 2024. Die fünf nominierten Filme werden in 24 europäischen Sprachen untertitelt, um sie einem größtmöglichen Publikum in Kinos in ganz Europa zugänglich zu machen. Während der sog. „watch, rate & win“-Phase kann das europäische Publikum ab sofort gemeinsam mit den Mitgliedern des Europäischen Parlaments die fünf Nominierten ansehen und bewerten. Die Bewertung findet online auf der Plattform des LUX Audience Awards statt.  

Der Gewinner wird von der Öffentlichkeit und den Mitgliedern des Europäischen Parlaments (mit jeweils 50 % der Stimmen) bestimmt und bei einer Preisverleihung im März 2024 bekannt gegeben. Weitere Informationen unter: www.luxaward.eu

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Über die European Film Academy
Die European Film Academy hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre 4.600 Mitglieder miteinander zu vernetzen, sie und ihre Arbeit zu unterstützen, zu würdigen und zu fördern. Ihr Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und Zuschauende aller Altersgruppen über das europäische Kino aufzuklären. Die Academy positioniert sich als zentrale Organisation und fördert wichtige Debatten innerhalb der Branche. Sie ist bestrebt, alle Freund:innen des europäischen Kinos zusammenzubringen. Jährlicher Höhepunkt ist der „Month of European Film“ und die Verleihung der European Film Awards. Wichtiges Anliegen der Academy ist die Pflege des europäischen Filmerbes und die Einbeziehung eines jungen Publikums durch den European Film Club.