4. September 2026

Zwei weitere Preise des Deutschen Schauspielpreises 2026 sind entscheiden

News


– Der Deutsche Fairnesspreis 2026 geht an den Dokumentarfilm „Im Osten was

Neues“

– Der Ensemblepreis geht an den Spielfilm “Mit der Faust in die Welt schlagen”

Der Deutsche Fairnesspreis wird jährlich im Rahmen der feierlichen Verleihung des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES als Gemeinschaftspreis des BFFS und der ver.di FilmUnion vergeben und prämiert eine Person oder Produktion, die auf auszeichnungswürdige Weise zu gesellschaftlicher Fairness beiträgt oder das Thema, das von BFFS- und ver.di-Vertretern als das herausragend drängende in dem jeweiligen Jahr gesehen wird, in bemerkenswerter Weise beleuchtet. Das diesjährige Thema des Fairnesspreises lautet „Zusammenleben der Kulturen“.

In diesem Jahr erhält der Dokumentarfilm „Im Osten was Neues“ von Loraine Blumenthal, eine Produktion der Inselfilm Produktion, den Deutschen Fairnesspreis.

Der Film erzählt von Thomas Eichstätt, von allen “Eichi” genannt, der eine Vergangenheit als einschlägig bekennender Rechtsradikaler in Mecklenburg-Vorpommern hat, heute allerdings ehrenamtlich in der Kleinstadt Torgelow die Fußballmannschaft des FC Pio trainiert. Viele der jungen Spieler sind aus ihren Heimatländern geflohen und kämpfen mit Jobsuche, Akzeptanz und ihrer Fluchtgeschichte. “Eichi” ist für sie oft eine Art Vaterfigur. Er übernimmt Verantwortung und sieht Menschen als Menschen, denen er hilft, im Leben neu anzukommen. Für ihn selbst bleibt dabei nicht viel, die Kommune Torgelow hat keine Mittel, um seine wertvolle Arbeit zu entlohnen.

Die Jury für den Fairnesspreis besteht in diesem Jahr aus den Branchenvertreter*innen Nuriye Jendroßek und Monika Anna Wojtyllo (beide BFFS), Sirkka Möller und Ina Stock (beide ver.di) sowie Diane Izabiliza (Schwarze Filmschaffende e.V).

Aus der Jurybegründung: „Im Osten was Neuer‘ erhält den Deutschen Fairnesspreis 2026. Nicht etwa, weil er ein Zusammenleben zeigt, das Rassismus auflösen kann, oder weil er eine Erlösungsgeschichte erzählt. Sondern weil er sich einfachen Erzählungen verweigert – sowohl der von der großen Fußballfamilie als auch der, in der geflüchtete Menschen nur Opfer sind. Und weil er dem Publikum die Frage nicht abnimmt, wie viel Solidarität, wie viel Widerstand es selbst leisten kann“.

Ensemblepreis

Neben den Preiskategorien, die erst am Abend der Verleihung verkündet werden, und den bereits vermeldeten Ehrenpreisen, stehen nun ebenfalls auch die Preisträger:innen des Ensemblepreises fest.

Der Ensemblepreis wird von der Nominierungsjury des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES vergeben, die in diesem Jahr aus den Schauspieler*innen Aglaia Szyszkowitz, Götz Otto, Jenny Schily, Bastian Reiber, Yun Huang, Simon Steinhorst und Reiki von Carlowitz bestand.

Den Ensemblepreis des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES 2026 erhält das Ensemble des Jugenddramas “Mit der Faust in die Welt schlagen” nach dem gleichnamigen Roman von Lukas Rietzschel. Constanze Klaue führte Regie und schrieb das Drehbuch für den im April 2025 in die Kinos gekommenen Film. Das Casting hat Johanna Hellwig von Dayanir & Hellwig Casting verantwortet, die bei der Preisverleihung auch die Statuette des Deutschen Schauspielpreises entgegennimmt.

Die Begründung der Jury: „Geschwister, die nach Anschluss suchen, Eltern, die um Würde ringen, Großeltern, die resignieren, Kollegen, die sich aufgeben, Freunde die still aus dem Leben verschwinden, Vorbilder, die keine sind. Niemand scheint sich für die Figuren in diesem Film zu interessieren und so sind sie auf sich allein gestellt, schreien in den Wald und wir wünschen uns so sehr, dass sie gehört werden.

Aber unten wird’ s eklig. Keiner nimmt sich mehr wahr und niemand hört mehr zu.

Die schauspielerische Leistung dieses Ensembles ist bemerkenswert. Wirklich jede Figur bringt eine neue Perspektive, ein neues Leben mit. Sie lassen uns fühlen wie es sich in den Nullerjahren zwischen Bautzen und Hoyerswerda angefühlt haben mag und gehen dabei schonungslos vor. Worte wie Schläge, Gesichter wie erstarrt. Die Verzweiflung so spürbar, die Hoffnung so deutlich. Hoffnung auf ein gutes Leben. Zusammenhalt, Zughörigkeit. Am Ende ist es vielleicht wirklich so einfach. Wärme, Aufmerksamkeit, Liebe, die es schafft, dass niemand mit der Faust in die Welt schlagen muss. Der Ensemblepreis geht an das Ensemble und die Casterin Johanna Hellwig, die dieses wunderbare Ensemble so hellsichtig zusammengestellt hat.“

Die Verleihung des Deutschen Schauspielpreises 2026 findet am 11. September im Hotel Pullman Berlin Schweizerhof statt.

Wir danken den Sponsor*innen und Partner*innen:
Platinumpartner: Pullman Berlin Schweizerhof, GAHRENS + BATTERMANN
Offizielle Partner: GVL, medipharma cosmetics, METEOR Bau GmbH, BMW, ver.di, LLOYD, Allianz Kundler, Lufthansa Group, Carlsberg, HEYMERADER, HECH Beauty Nutrition, Lambertz, maz & movie.

Die Verleihung des DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREISES wird mit Unterstützung von Casting Network, Preproducer und Pensionskasse Rundfunk per Livestream übertragen.

Über den DEUTSCHEN SCHAUSPIELPREIS:

Der Deutsche Schauspielpreis wurde vom Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) ins Leben gerufen und während der Berlinale 2012 zum ersten Mal verliehen. Die Preisverleihung ist eine Non-Profit-Veranstaltung, die nur durch ein breites ehrenamtliches Engagement der Schauspieler*innen, zahlreicher Freunde und Unterstützer*innen, Förder*innen und Sponsor*innen ermöglicht wird. www.schauspielpreis.com

Über den Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS):
BFFS steht für Bühne, Film, Fernsehen, Sprache. Gegründet 2006 ist der BFFS als Verband und Gewerkschaft mit seinen über 4.300 inzwischen die größte nationale Schauspieler*innen Organisation und die mitgliederstärkste Berufsvertretung der deutschen Film-, Fernseh- und Theaterlandschaft. Der BFFS vertritt die berufsständischen sowie die gewerkschaftlichen Interessen der Schauspieler*innen in Deutschland. Er will die kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, rechtlichen, tariflichen und sozialen Rahmenbedingungen verbessern bzw. schaffen, die sowohl den einzigartigen Schauspielberuf schützen, bewahren und fördern als auch die besondere Lebens- und Erwerbsituation der Künstler*innen berücksichtigen, die diesen Schauspielberuf ausüben.

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