17. September 2026
Seriesly Berlin wächst in Zahlen, Reichweite und Diskurs
News
| Die dritte Ausgabe von Seriesly Berlin geht heute Abend zu Ende. Das Festival startete am Montag mit der Weltpremiere der deutsch-tschechischen Culture-Clash Comedy JOSSI im Rahmen der Seriesly Berlin Premieres (14.–17. September), bei denen 13 internationale Serien aus 11 Ländern präsentiert wurden – erstmals nicht nur im Fotografiska Berlin, sondern auch im CineStar Kino in der Kulturbrauerei. Mit mehr als 500 akkreditierten Branchenvertretern – ein Anstieg von über 25 Prozent gegenüber der letzten Ausgabe – ging die zweitägige Seriesly Berlin Conference (15.–16. September) im Fotografiska Berlin gestern erfolgreich zu Ende. Die Konferenz bot spannende Inhalte, wichtige Diskussionen und zahlreiche Gelegenheiten zum Networking. Im Fokus standen dabei die wachsende Creator-Economy im neuen Seriesly Creators-Track, neue Wege für europäische Koproduktionen, die Ergebnisse der europaweiten Stories at Risk-Konsultation (Ergebnisse hier herunterladen) sowie queere Repräsentation auf dem Bildschirm und der Aufstieg von Doku-Serien. Insgesamt wurden bei den Seriesly Berlin Pitches 18 herausragende internationale Serienprojekte vorgestellt, wobei Preise an Projekte aus dem Seriesly Berlin Co-Pro Pitch und dem Seriesly Berlin Writers’ Pitch vergeben wurden. In diesem Jahr wurde das Programm zudem um den neuen Vertical Drama & Short Form Series Pitch erweitert, der Projekten gewidmet ist, die sich mit dem Storytelling für vertikale und digitale Formate beschäftigen. www.serieslyberlin.com Festivalleiter Dennis Ruh: „Das Wachstum, das wir bei der dritten Ausgabe verzeichnen können, und das deutlich gestiegene Interesse an der Teilnahme am Konferenzprogramm sind für uns ein sehr ermutigendes Zeichen. Wir haben über die konkreten Herausforderungen unserer Branche gesprochen – von der Finanzierung und europäischen Koproduktionen bis hin zur Medienpolitik – und dabei konkrete Beispiele und Ansätze ausgetauscht. Gleichzeitig ging es um Fragen, die über das unmittelbare Serienbusiness hinausweisen: um Druck auf künstlerischer Freiheit und demokratischen Werte, um Inklusion und Repräsentation sowie darum, wie Technologie und immersive Formate verändern, wie wir Storytelling betreiben und erleben. Mit ‚Seriesly Creators‘ haben wir den Dialog zudem um einen Teil der Branche erweitert, der sich mit enormer Geschwindigkeit entwickelt. Diese thematische Bandbreite ist uns wichtig: Seriesly Berlin soll aufgreifen, wohin sich unsere Branche bewegt, und zugleich Raum für Gespräche schaffen, die andernorts noch zu wenig stattfinden. Ich bin besonders dankbar allen gegenüber, die uns diese Gespräche anvertraut und den Mut aufgebracht haben, auf der Bühne offen über das Business, aber auch über sensible und mitunter schwierige Fragen zu sprechen. Und natürlich wäre all das ohne unsere Partner und Förderer nicht möglich, die an das glauben, was wir aufbauen, und uns ermöglichen, Seriesly Berlin auf sinnstiftende Weise weiterzuentwickeln.“ Helge Jürgens, Geschäftsführer New Media Föderung, Medienboard Berlin-Brandenburg: „Wir freuen uns, Seriesly Berlin als wichtige Branchenplattform für den internationalen Austausch und die Sichtbarkeit von Serien zu unterstützen. Vielen Dank an das gesamte Team von Seriesly Berlin für die gute Organisation und das tolle Programm – die spannenden Conference-Panels und Workshops und die beeindruckenden Pitches. Es ist wichtig, wie Angela Chan in ihrer Keynote sagte, dass in einer zunehmend von Technologie geprägten Welt das Geschichtenerzählen nicht verloren geht und der Mensch im Fokus bleibt. Außerdem haben wir uns über gleich zwei MBB-geförderte Serien bei Seriesly Berlin gefreut: CITY OF BLOOD, die neue Disney+ Eigenproduktion und CLANGOLD, die True Crime-Doku über den spektakulären Diebstahl einer 100 kg Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum als erste non-fiktionalen HBO-Eigenproduktion in Deutschland. Beide sind mit großer Resonanz im Publikum und in den Medien im Premierenprogramm vor Streamingstart exklusiv gezeigt worden.“ Seriesly Berlin Pitches: 18 Pitches, drei Auszeichnungen Der Seriesly Berlin Co-Pro Pitch Award, dotiert mit Postproduktionsleistungen im Wert von 25.000 Euro von der CX Postproduction GmbH, ging an „THE MAN BEHIND A MASK“ (Originaltitel: „CILVĒKS MASKĀ“, Lettland) der Schöpferin Anna Kalnina, produziert von Serge Serpuhovs für Baltic Pine Films. Die Jury, bestehend aus der Creatorin und Autorin Fleur Winters (Big Blue), Michele Zatta (RAI Fiction), Laura Mae Harding (ZDF) und Jevgeni Supin (Zolba Productions), sagt: „Eine fesselnde Geschichte über Macht und Verletzlichkeit, die in einem ungewöhnlichen Setting spielt und auf wahren Begebenheiten basiert. Mit Elementen des Spionagethrillers entsteht eine äußerst unterhaltsame Serie für ein internationales Publikum, die das Potenzial für mehrere Staffeln hat.“ ![]() Der mit 1.000 Euro dotierte Seriesly Berlin Writers’ Pitch Award ging an HANDS UP (USA/Deutschland) der Creator:innen und Autor:innen Neta Weiner, Samira Saraya und Michal Cooper Keren. Die Jury – bestehend aus der Autorin Anna Winger, der Regisseurin Mattie Do und der Agentin Silke Bacher – sagt: „HANDS UP hat alle Zutaten für eine großartige Serie: einen klaren zentralen Konflikt, außergewöhnliche Charaktere und großartige Musik. Es ist ein perfektes Beispiel für eine hyperlokale Prämisse, die als Metapher dienen und ein Publikum auf der ganzen Welt ansprechen kann. Diese Geschichte zeigt uns, dass kreative Zusammenarbeit unmögliche Grenzen überbrücken und in unruhigen Zeiten einen Weg zum gegenseitigen Verständnis ebnen kann.“ ![]() Der SteinbrennerMüller Award, der ein deutschsprachiges Projekt aus beiden Pitches mit dem größten Potenzial für Erfolg beim Publikum auszeichnet, ging an ICH BIN GOTT (Deutschland) von der Creatorin Hanna Doose, produziert von Zorana Mušikić und Nicolas Chevaillier für Mayana Films. Der Preis umfasst ein Kommunikationskonzept im Wert von 2.000 Euro durch die Berliner PR-Agentur SteinbrennerMüller Kommunikation während der Produktionsphase. Die Jury – bestehend aus der Produzentin Lena Kraeber (Olga Film), Janine Friedrich (Leiterin Kommunikation, UFA) sowie dem Journalisten und Podcaster Jan Freitag – sagt: „Die Prämisse ist ein ganz klares Versprechen für Unterhaltung. Worldbuilding im Naturschutzgebiet an der Grenze zwischen Deutschland und Polen. Gesellschaftliche Themen werden in I AM GOD durch die Überzeichnung leicht und zugleich relevant verpackt. Die geschlossene Welt bietet die Möglichkeit, Figuren zu erschaffen, die alle gesellschaftlichen Facetten abbilden und Identifikationsmöglichkeiten für ein breites Publikum bieten, verbunden mit jeder Menge Spaß. Über allem schwebt der drohende aufziehende Tornado, der alle First World Problems zunichte machen könnte.“ ![]() Fotos (c) William Veder |
Stories at Risk: Neue Erkenntnisse zu kreativer Freiheit und kultureller Vielfalt in Europa Stories at Risk, eine von Seriesly Berlin initiierte und vom Programm „Culture on Screen“ des Europarats unterstützte europäische Konsultations- und Think-Tank-Initiative, präsentierte und diskutierte bei Seriesly ihre Ergebnisse. Im Vorfeld waren 105 Fachleute der AV-Branche aus ganz Europa befragt und anschließend in vier Think-Tank-Sitzungen mit Rundfunkanstalten und Auftraggeber:innen zusammengebracht worden. Die Ergebnisse zeigen wachsende Bedenken hinsichtlich des strukturellen Drucks auf kreative Entscheidungen: Nur 8 % der Befragten sind zuversichtlich, dass das derzeitige Produktionsumfeld kreatives Risiko belohnt. Fast zwei Drittelgaben an, dass ein Projekt aufgrund von tatsächlichem oder erwartetem Widerstand, der über die übliche redaktionelle Zusammenarbeit hinausging, nicht weiterverfolgt wurde. Als häufigstes Hindernis nannten 64 % der Befragten Finanzierungsschwierigkeiten. Als zentrale Maßnahmen zur Stärkung der kreativen Freiheit und kulturellen Vielfalt identifizierten die Teilnehmenden eine unabhängigere Entwicklungsförderung, mehr Vertrauen in Kreative und das Publikum sowie ein umfassenderes Verständnis von Vielfalt. Dieses sollte nicht nur berücksichtigen, wer auf dem Bildschirm repräsentiert wird, sondern auch, wer Geschichten erzählen darf und wessen Perspektiven darin sichtbar werden. Der vollständige „Stories at Risk“-Bericht ist auf der Website von Seriesly Berlin verfügbar. Internationale Stimmen auf der Seriesly Berlin Conference Zu den internationalen und nationalen Referenten der Seriesly Berlin Conference gehörte Professorin Angela Chan (Royal Holloway), die die Opening Keynote „Back to Our Senses: Storytelling in an Age of Technology“ hielt, Jan Hendrik Becker Christian Beetz (beetz brothers film production), Sonia Ben Salah (Constantin Entertainment), Martichka Bozhilova (AGITPROP), Laura Caciauna (LEONINE C_), Dr. Frank Castenholz (BKM), Jennifer Dacqué (Waffel Media), Tobi De Graaff (Sky Studios), Jennifer Ebell (Fifth Season), Kaisa El Ramly (Drehbuchautorin und Regisseurin, „GETAWAYS & DREAMS“), Kai Fischer (Constantin Creators), Sophya Frohberg (Letterbox Filmproduktion), Thomas Gammeltoft (European Writers Club), Ulla Heikkilä (Regisseurin, „ATLANTIS PASILA“), Peter Hoffmann (YouTube), Irina Ignatiew-Lemke (European Film Promotion, Boxworks Media), Samuel Jefferson (Mitgestalter, „KRANK BERLIN“), Johannes Kagerer (Produktionsallianz), Alina Kemper (SPIO), Marina Klauser (Schöpferin, „THE ANGEL MAKER“), Jens Lapidus (Autor, BURDEN OF JUSTICE), Elena Lyubarskaya (Mitgestalterin, CITY OF BLOOD), Katrin Merkel (Serial Eyes), Milad Mesof (Künstler im Bereich generative KI, HOUSE OF DAVID), Britta Meyermann (Odeon Fiction), Dennis Ohm-Fickler (Forschungsleiter, Stories at Risk), Rahul Patel (Ampere Analysis), Tereza Polachová (Tschechisches Fernsehen), Anna Ramskogler-Witt (Doxumentale), Wero Rodowicz (Schöpferin, „BEACH SISTERS“), Anna Rohde-Seyfried (Beta Film), Dimitrij Schaad (Schöpfer, „JOSSI“), Jan Schipmann (Moderator, DIE DA OBEN!), Tobias Schiwek (We Are Era), Johannes Schmidbauer (Home of Talents), André Schubert (Calivision), David Semler (Schöpfer, FILTER), Frank Seyberth (ZDF), Nicolás Solar Lozier (Behind the Tree), Alessia Sonaglioni (Europarat), Beliban zu Stolberg (Red Pony), Jevgeni Supin (Zolba Productions), Matthieu Thollin (Mediawan International), Kjartan Thor Thordarson (Sagafilm), Anouk Vergé-Dépré (olympische Beachvolleyballerin, BEACH SISTERS), Kateryna Vyshnevska (Produzentin und internationale Drehbuchberaterin), Patrick Walters (A24), Jesse Whittock (Deadline), Fleur Winters (Big Blue), Henrik Wittmann (LEONINE C_) und Michele Zatta (RAI Fiction). Seriesly Berlin wird vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert. Fotografiska Berlin ist Hauptpartner. Hotelpartner sind 25hours Hotel Bikini Berlin und The Hoxton, Charlottenburg. Kulinarische Partner sind Night Kitchen und EVE. CUPRA City Garage Berlin ist Eventpartner. Medienpartner ist Deadline. www.serieslyberlin.com Pressefotos von Seriesly Berlin finden Sie hier. Seriesly Creators wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Mehr: Seriesly Berlin |



