1. September 2026

Seriesly Berlin gibt das Konferenzprogramm 2026 bekannt

News

Wer zahlt? Wer gestaltet? Wer partnert? Wer entscheidet?

  • Reality Check zu Koproduktion und Förderung in Deutschland und Europa: Wie Finanzierungsdruck, grenzüberschreitende Partnerschaften und neue Rahmenbedingungen verändern, was entwickelt und produziert wird
  • Talks mit Schauspieler und Creator Dimitrij Schaad (JOSSI, KACKEN AN DER HAVEL), dem schwedischen Krimiautor und Strafverteidiger Jens Lapidus (BURDEN OF JUSTICE) sowie der olympischen Beachvolleyballerin Anouk Vergé-Dépré (BEACH SISTERS)
  • Exklusive First Looks: die isländisch-polnische Thrillerserie SIGNALS und GRAND HOTEL BY THE SEA, die ambitionierteste historische Dramaserie aus den Niederlanden
  • Stories at Risk: Die Ergebnisse der europaweiten Konsultation liegen vor

Das Programm der Seriesly Berlin Conference (15.–16. September 2026) ist nun online. Zwei Tage lang geht es in der Fotografiska Berlin in Podiumsdiskussionen, Fireside Chats, Workshops und Talks um die Fragen, die die Serienbranche derzeit bewegen: Wie lassen sich ambitionierte Serien weiterhin finanzieren, wer entscheidet, welche Geschichten erzählt werden, und was passiert, wenn die Creator-Economy eigene Unternehmen und Strukturen hervorbringt. Die Conference ist Teil der dritten Ausgabe von Seriesly Berlin (14.–17. September 2026). Die öffentlich zugänglichen Seriesly Berlin Premieres präsentieren dabei dreizehn Serien aus elf Ländern. Darüber hinaus wurden 18 herausragende internationale Serienprojekte für die drei Seriesly Berlin Pitch-Sessions ausgewählt: Co-Pro Pitches, Writers’ Pitches sowie den neuen Vertical Drama & Short Form Series Pitch. Hier können Sie sich für Seriesly Berlin akkreditieren. 

Conference und Premieres sind in diesem Jahr eng miteinander verzahnt: Zahlreiche Kreative, deren Serien bei Seriesly Berlin Premiere feiern, bringen ihre Arbeit auch auf die Konferenzbühne – darunter Dimitrij Schaad (JOSSI), Ulla Heikkilä (ATLANTIS PASILA), David Semler (FILTER), Marina Klauser (DER ENGELMACHER), Elena Lyubarskaya und Kim Zimmermann (CITY OF BLOOD), Jens Lapidus (BURDEN OF JUSTICE) sowie Wero Rodowicz (BEACH SISTERS).

„Der Cliffhanger steht sinnbildlich für den aktuellen Zustand der Serienbranche. Wie die Story in der nächsten Episode weitergeht, ist offen – wirtschaftlich, kreativ, technologisch und politisch“, sagt Festivaldirektor Dennis Ruh. „Doch diese Unsicherheit bedeutet nicht, dass wir einfach abwarten sollten. Unsere europaweite Konsultation zeigt deutlich, dass kreative Freiheit und der Mut zum Risiko unter Druck stehen. Und wenn wir mehr Vielfalt und Repräsentation wollen, braucht es dafür Engagement und strukturelle Veränderungen. Gleichzeitig verändern neue Partnerschaften, Technologien und Geschäftsmodelle die Art, wie wir Geschichten entwickeln, finanzieren und erzählen. Die nächsten Episoden sind möglicherweise noch nicht geschrieben – und wer sie unter welchen Bedingungen schreibt, ist eine der spannenden Fragen, die sich durch unser Konferenzprogramm zieht.“

Wer zahlt, wer kooperiert: Europas Realitätscheck bei Koproduktion und Förderung

Das Thema internationale Koproduktion zieht sich durch das gesamte Programm. Denn längst geht es nicht mehr nur darum, wo eine Serie produziert wird, sondern auch, mit wem sie entwickelt und realisiert werden kann. Co-Producing Europe – And What’s Germany’s Next Move?, in Partnerschaft mit der Produktionsallianz, widmet sich der Finanzierungsfrage. Die wirtschaftlichen Bundesfördermittel für Filme und High-End-Serien sind für 2026 bereits vollständig vergeben, und für 2027 werden geringere Mittel erwartet. Wie kann Deutschland dabei seine Position als verlässlicher und wettbewerbsfähiger Partner behaupten – gerade jetzt, wo der Europarat den rechtlichen Rahmen für Serien-Koproduktionen vorantreibt und mit AgoraEU sowie MEDIA+ die EU-Förderung ab 2028 neu gestaltet wird? Mit Dr. Frank Castenholz (Referatsleiter Wirtschaftliche Filmförderung, Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien – BKM), Alina Kemper (SPIO), Alessia Sonaglioni (Europarat) und Johannes Kagerer (Produktionsallianz), moderiert von Irina Ignatiew-Lemke (European Film Promotion, Boxworks Media). 

Too Many Cooks? Turns Out, That’s the Recipe! diskutiert, warum kein einzelner Sender die Kosten für eine High-End-Serie mehr allein tragen kann. Doch gerade daraus entstehen Partnerschaften, die ambitionierte Projekte überhaupt erst möglich machen. Am Beispiel von UNDER SALT MARSH (ZDF/Sky) und SUMMER OF 1985 (SVT/ZDF) sprechen Tobi De Graaff (Sky Studios), Jennifer Ebell (Fifth Season), Britta Meyermann (Odeon Fiction) und Frank Seyberth (ZDF) über gegenseitiges Vertrauen und damit verbundene Kompromisse. 

In The Art of the Possible: Making Period Drama Work in Europe 
gewährt die Creatorin und Produzentin Fleur Winters (Big Blue) einen exklusiven ersten Einblick in ihr Serienprojekt GRAND HOTEL BY THE SEA, das sich schon vor seinem Start in den Niederlanden im Dezember zum ambitioniertesten historischen Drama des Landes entwickelt. Sieben Jahre Entwicklungszeit, ein eigens für die Produktion errichtetes Studio und eine europäische Koproduktion, ohne die sich das Projekt in dieser Größenordnung nicht hätte realisieren lassen. Sowohl diese Case Study als auch der Fireside Chat mit Matthieu Thollin, COO Mediawan International, werden von Jesse Whittock (Deadline) moderiert.

Das Panel Beyond the East-West Co-Production Myth, in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Filmfestival Karlovy Vary, fragt, was kreativ und partnerschaftlich möglich wird, wenn Mittel- und Osteuropa nicht als Ansammlung kleiner Einzelmärkte, sondern als Netzwerk miteinander verbundener Produktionslandschaften gedacht wird. Kateryna Vyshnevska (ausführende Produzentin und internationale Drehbuchberaterin) moderiert eine Podiumsdiskussion mit Jevgeni Supin (Zolba Productions), Tereza Polachová (Tschechisches Fernsehen), Anna Rohde-Seyfried (Beta Film) und Kjartan Thor Thordarson (Sagafilm), der exklusive Ausschnitte aus dem isländisch-polnischen Thriller SIGNALS mitbringt. Weitere Projekte, die diskutiert werden: die tschechisch-slowakisch-deutsche Produktion GERTA SCHNIRCH, das finnisch-estnisch-deutsche Drama LET IT SNOW und das kroatisch-deutsche Projekt RED WATER.

Stories at Risk – und die Freiheit, Geschichten zu erzählen

Nach Monaten europaweiter Konsultation und Online-Think-Tanks werden die Ergebnisse der Initiative Stories at Risk: Cultural Diversity, Democracy and Debate on Screen nun erstmals öffentlich vorgestellt: Das von Seriesly Berlin mit Unterstützung des Programms „Culture on Screen“ des Europarats ins Leben gerufene Projekt zeigt, dass kreative Entscheidungsfreiheit zunehmend unter Druck gerät, der Spielraum für Risiken kleiner wird und strukturelle Hindernisse bereits lange vor dem ersten Drehtag gegeben sind – aber auch, wo Veränderungen ansetzen können. Die Ergebnisse werden von Research Lead Dennis Ohm-Fickler vorgestellt. Thomas Gammeltoft (European Writers Club) moderiert die anschließende Diskussion mit ausgewählten Teilnehmenden der Konsultation und der Think-Tank-Sessions.

Während sich die Konsultation mit strukturellen Aspekten befasst, nehmen zwei weitere Sessions die individuelle Praxis in den Blick: If You Know, You Know – Queerness Beyond the Plot, in Zusammenarbeit mit der Queer Media Society, fragt, wann queere Figuren und Geschichten nicht mehr für „Repräsentation“ stehen müssen, sondern selbstverständlich Teil des seriellen Storytelling sein können –– und wo diese Freiheit noch längst keine Selbstverständlichkeit ist. Mit Ulla Heikkilä (Regisseurin, ATLANTIS PASILA), David Semler(Creator, Autor, Regisseur, FILTER) und Sophya Frohberg (Letterbox Filmproduktion), moderiert von Paolo Ciccarelli. In Entschuldigung, mein Deutsch ist nicht so gut spricht Samuel Jefferson (Headwriter und Co-Creator von KRANK BERLIN) über die Praxis, deutsche Serien zunächst auf Englisch zu entwickeln – und davon, wie sich die Reibung zwischen den Sprachen kreativ nutzen lässt.

Wenn das wahre Leben zur Story wird

Drei Sessions nähern sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln der gleichen Frage: Wie viel Realität verträgt eine Serie, und welche Verantwortung geht damit einher, reale Erfahrungen und Lebensgeschichten zu Serienstoffen zu machen? Docuseries on the Rise: What Comes After True Crime?, in Zusammenarbeit mit Doxumentale, untersucht, wie Dokumentarserien zu einem festen Bestandteil des Streaming-Mainstreams geworden sind – und was nach dem Genre kommt, das diesen Boom maßgeblich vorangetrieben hat. Mit Rahul Patel (Ampere Analysis), Christian Beetz (Beetz Brothers), Marina Klauser (Creatorin und Regisseurin von DER ENGELMACHER) und Regisseur Finbarr Wilbrink, moderiert von Anna Ramskogler-Witt (Doxumentale). In einem Bar-Talk spricht der schwedische Autor Jens Lapidus – fünfzehn Jahre Strafverteidiger und Autor von EASY MONEY, TOP DOG und dem diesjährigen Seriesly-Berlin-Titel BURDEN OF JUSTICE – darüber, was passiert, wenn die eigene Lebens- und Berufserfahrung zum Stoff für Fiktion wird, und wo die Grenzen liegen. Und in The New Playbook for Sports Storytelling diskutieren die olympische Beachvolleyballerin Anouk Vergé-Dépré sowie die Creatorin und Regisseurin Wero Rodowicz darüber, was es braucht, um das Leben von Athletinnen in eine Serie zu verwandeln – Vertrauen, Zugang und Verletzlichkeit vor der Kamera in einer Welt, die von Sponsoren und sozialen Medien bestimmt wird. 

Seriesly Creators: Wem gehört das Publikum?

Der neue Seriesly Creators-Track nimmt die sich verschiebenden Machtverhältnisse in der Creator Economy in den Blick. Own the Pipeline: Inside the Creator Ecosystems of German Giants untersucht, wie etablierte Produktionshäuser intern eigene Creator-Units aufbauen – mit Henrik Wittmann und Laura Caciauna (LEONINE C_), Kai Fischer (Constantin Creators) sowie anhand von Audience-Daten von Rahul Patel (Ampere Analysis). Das Ganze am Beispiel von SPLASH HOUSE, Deutschlands führendes TikTok-Creator-Event mit mehr als 225 Millionen Views. From Creator to Company kehrt die Perspektive um: Von Creator:innen geführte Unternehmen bündeln inzwischen Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Publikum unter einem Dach. Das verändert nicht nur, wie serielle Inhalte entstehen, sondern auch, wer die Kontrolle über sie und ihre Reichweiten hat. Mit Peter Hoffmann (Head of YouTube Social Sales DACH) und André Schubert (Calivision, 7VS.WILD), moderiert von Johannes Schmidbauer (Home of Talents). Weitere Sessions widmen sich Creatorinnen und dem immer beliebter werdenden Genre der journalistischen Video-Podcasts.

Hands-On: KI, Budgets und Writers’ Rooms

Im Workshop-Programm geht es um die praktische Arbeit: AI below the Line führt erfahrene Produzent:innen durch die hybride Produktion – Live-Dreharbeiten kombiniert mit KI-Kulissen, Stunts und VFX – inklusive aktueller Tools sowie (urheber)rechtlicher Rahmenbedingungen, geleitet von Elena Lyubarskaya (Co-Creatorin CITY OF BLOOD) und dem Generative-AI-Künstler Milad Mesof (HOUSE OF DAVID). Production-Aware Writing mit Bianca Gavin (Head of Production, VICE Studios; GANGS OF LONDON) und Kateryna Vyshnevska untersucht, wie Entscheidungen beim Schreiben Budget, Machbarkeit und Koproduktionspotenzial prägen, ohne die kreative Vision zu gefährden. In Talk to Serial Eyes spricht Studienleiterin Katrin Merkel mit den Absolventinnen Elena Lyubarskaya und Kim Zimmermann über Worldbuilding, Techniken im Writers’ Room und internationale Teamarbeit bei CITY OF BLOOD. Das Erich-Pommer-Institut wirft gemeinsam mit deren Alumnae einen Blick hinter die Kulissen der Programme Series’ Women und Winterclass. Schließlich spricht Dimitrij Schaad – Schauspieler, Autor und Regisseur sowie Creator der Eröffnungsserie JOSSI und der Netflix-Serie KACKEN AN DER HAVEL – darüber, wo seine Geschichten ihren Anfang nehmen und was sich verändert, wenn ein Schauspieler zunehmend selbst die kreativen Entscheidungen trifft.  Keine Retrospektive, keine Masterclass: In Create Your Own Damn Story geht es um die Ideen, Risiken und Ambitionen, die seine Arbeit jetzt antreiben.

Programm, Zeitplan und Akkreditierung für Seriesly Berlin Conference: www.serieslyberlin.com.

Speaker:innen Fotos können hier heruntergerladen werden.

Seriesly Berlin wird vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert. Fotografiska Berlin ist Hauptpartner. Hotelpartner sind 25hours Hotel Bikini Berlin und The Hoxton, Charlottenburg. Kulinarische Partner sind Night Kitchen und EVECUPRA City Garage Berlin ist Eventpartner. Medienpartner ist Deadline.Seriesly Creators wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

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SteinbrennerMüller Kommunikation
in Berlin hat sich auf die Kommunikation und Pressearbeit in den Bereichen Kultur und Medien spezialisiert. Die Agentur wird von Dr. Kathrin Steinbrenner und Kristian Müller geführt.