23. Juni 2022

MUBI im Juli 2022: Die Highlights des Programms

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im Juli lenkt MUBI den Blick auf das Leben mit seinen vielen Facetten und feiert dabei das Dokumentarische – sei es in Form von eindrücklichen und sehr intimen Musik-Dokumentarfilme, die großen Musiker:innen wie PJ Harvey in A DOG CALLED MONEY oder Nick Cave und Warren Ellis in THIS MUCH I KNOW TO BE TRUE nahe kommen. 

Oder in NORTH TERMINAL, einem Kurz-Dokumentarfilm, der der argentinischen Sängerin Julieta Laso in den Lockdown von 2020 folgt. In MEDITERRANEA schildert Regisseur Jonas Carpignano in semidokumentarischer Manier das Schicksal zweier Flüchtlinge, die aus Afrika nach Europa kommen und in 120 BPM wirft Robin Campillo einen dokumentarisch angehauchten Rückblick auf die schlimmste Phase der AIDS-Epidemie in Frankreich. Im Kurzfilm THE HUMAN VOICE lässt Regiemeister Pedro Almódovar seine Hauptdarstellerin Tilda Swinton die Gefühlsachterbahn einer Verlassenen erleben.

 

Anbei erhalten Sie einen Überblick über das Line-up der täglich neu hinzugefügten Filme auf der Arthouse-Streamingplattform MUBI (www.mubi.com) im Juli 2022. Einzelne Änderungen sind vorbehalten. Insgesamt bietet die Plattform rund 1.100 sorgsam kuratierte Titel.

 

Das sind die Highlights:

Ab 7. Juli: PJ HARVEY – A DOG CALLED MONEY von Seamus Murphy (2019, Irland, Großbritannien, Dokumentarfilm, Musikfilm).

Der preisgekrönte Kriegsfotograf und Filmemacher Seamus Murphy begibt sich für A DOG CALLED MONEY in die Welt der Musik und begleitet PJ Harvey bei dem Entstehungsprozess zu ihrem Album „The Hope Six Demolition Project“. Auf der Suche nach Erfahrungen aus den Ländern, über die sie schreiben wollte, begleitete PJ Harvey Murphy Seamus auf einige seiner weltweiten Berichterstattungsreisen, etwa nach Afghanistan, in den Kosovo oder nach Washington DC. Während sie Impressionen, Erfahrungen und Eindrücke sammelt, die sie in Texte verwandelt, macht Murphy seine Bilder. Wieder zu Hause werden die Wörter zu Gedichten, Liedern und dann schließlich zu einem Album. Der eigentliche Aufnahmeprozess wurde im Studio im Somerset House in London als öffentliche Installation zelebriert.

Weltpremiere feierte der intime Dokumentarfilm bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2019.

 

Ab 8. Juli: MUBI EXKLUSIV – THIS MUCH I KNOW TO BE TRUE von Andrew Dominik (2022, Großbritannien, Dokumentarfilm, Musikfilm).

Als Begleitstück zu Andrew Dominiks Film „One More Time With Feeling“ aus dem Jahr 2016 fängt diese Dokumentation die ganz besondere und kreative Beziehung zwischen Nick Cave und Warren Ellis ein. Während sie Songs aus zwei ihrer letzten Studioalben zum Leben erwecken: „Ghosteen“ und „Carnage“, zeigt der Film zudem die allerersten Aufführungen dieser Alben vor dem Start ihrer UK-Tour 2021. Besonderes Highlight des Films ist ein besonderer Auftritt ihrer gemeinsamen Freundin und langjährigen Mitstreiterin Marianne Faithfull.

Nach seiner Weltpremiere bei der diesjährigen Berlinale und einem weltweiten sogenannten „One Night Only“-Kino-Event im Mai 2022, startet THIS MUCH I KNOW TO BE TRUE nun exklusiv bei MUBI

 

Ab 11. Juli: MUBI EXKLUSIV – ALONERS von Hong-Su-eun (2021, Südkorea, Drama).

Jina arbeitet im Callcenter einer Kreditkartenfirma. Sie vermeidet den Aufbau enger Beziehungen und zieht es stattdessen vor, allein zu leben und zu arbeiten. Eines Tages erfährt sie, dass eine Begegnung mit ihrem Nachbarn offenbar nicht so real war, wie sie gedacht hatte. Denn der wird tot in seiner Wohnung aufgefunden, in der er unbemerkt und allein vor einiger Zeit gestorben war. Jina beginnt ihre Isolation zu hinterfragen.

Weltpremiere feierte ALONERS, der noch vor der Corona Pandemie gedreht wurde, bei den Internationalen Filmfestspielen von Toronto und ist ein treffendes Porträt der Entfremdung und Einsamkeit unserer urbanen Welt.

 

Ab 13. Juli: TERROR, SISTERS! von Alexis Langlois (2019, Frankreich, Kurzfilm, Komödie, LGTBQ+, Kultfilm).

Heute ist für Kalthoum und ihre Freundinnen ein Tag wie jeder andere. Sie schlürfen Cocktails, suchen im Internet nach Sex, warten ungeduldig auf die Liebe und müssen wieder einmal transphobe Beleidigungen ertragen. Und dennoch: heute wird alles anders werden – die vier Transgender-Freundinnen sinnen auf Rache.

 

Ab 15. Juli: MEDITERRANEA – REFUGEES WELCOME? von Jonas Carpignano (2015, Italien, Frankreich, Drama).

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, für seine Schwester und seine Tochter zu sorgen, hat Ayiva seine Heimat in Burkina Faso verlassen. Er schmuggelt sich und seinen Freund Abas nach Italien. Ayiva passt sich an sein neues Leben an, aber als die Spannungen mit der lokalen Gemeinschaft zunehmen, werden die Dinge gefährlich.

In seinem intensiven Drama MEDITERRANEA, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2015 Weltpremiere feierte und bei den International Spirit Awards drei Nominierungen – u.a. als Bester Spielfilm – erhielt, schildert Jonas Carpignano in semidokumentarischer Manier das Schicksal zweier Flüchtlinge, die aus Afrika nach Europa kommen und mit dem alltäglichen Rassismus des Kontinents konfrontiert werden. MEDITERRANEA ist der erste Teil seiner Kalabrien-Trilogie. Auch der zweite Teil – PIO (A CIAMBRA) – wurde in Cannes 2017 für die Quinzaine des Réalisateurs ausgewählt und ging für Italien als „Bester Ausländischer Film“ bei den Academy Awards 2018 ins Rennen. Der letzte Film der Reihe – CHIARA, ebenfalls in Cannes gezeigt, startet ab dem 23. Juni bundesweit in den Kinos und ist ab dem 26. August bei MUBI zu streamen.

 

Ab 20. Juli: MUBI EXKLUSIV – NORTH TERMINAL von Lucrecia Martel (2021, Argentinien. Dokumentarfilm, Kurzfilm, Musikfilm).

In ihrem Kurzfilm, der während des Lockdowns 2022 entstand, kehrt Filmemacherin Lucrecia Martel in diekonservativste Provinz Argentiniens, in ihre Heimat Salta zurück. Dort trifft sie die argentinische Sängerin Julieta Laso, die Lucrecia Martel zugleich als Muse dient. Julieta Laso macht die Regisseurin mit einer Gruppe von Künstlerinnen und widerständigen Menschen bekannt, die eine improvisierte Gemeinschaft auf Zeit bilden. Um ein Feuer versammelt, wechseln sie Blicke und Worte und stellen so ein großartiges Gegenmittel gegen die Pandemie dar.

Weltpremiere feierte der Kurzfilm bei der Berlinale 2022 und lief anschließend unter anderem auch beim CPH-DOX Festival und dem San Francisco International LGBTQ Film Festival.

 

Ab 22. Juli: THE HUMAN VOICE von Pedro Almódovar (2020, Kurzfilm, Drama).

Eine Frau sieht zu, wie die Zeit vergeht – neben den Koffern ihres Ex-Liebhabers (der sie abholen soll, aber nie erscheint) und einem unruhigen Hund, der nicht versteht, dass sein Herrchen ihn verlassen hat. Zwei Lebewesen, konfrontiert mit dem Verlassenwerden. Es folgen drei Tage vergeblichen Wartens, in denen die Frau nur einmal das Haus verlässt, um eine Axt und einen Kanister Benzin zu kaufen. Ihre Stimmung schwingt von Hilflosigkeit über Verzweiflung bis zum Kontrollverlust. Es bleibt die Orientierungslosigkeit und die Verzweiflung zweier verlassener Lebewesen.

Der 30-minütige Kurzfilm von Pedro Almódovar, der beim Filmfestival in Venedig 2020 Weltpremiere feierte, basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Jean Cocteau und ist zugleich das erste englischsprachige Werk des Regisseurs. Hauptdarstellerin Tilda Swinton brilliert in der Hauptrolle der namenlosen Frau und vermittelt mit ihrem eindringlichen Monolog auf eindrucksvolle Weise das Gefühl des Schmerzes, der Einsamkeit und der Leere.

 

Ab 23. Juli: 120 BPM (BEATS PER MINUTE) von Robin Campillo (2017, Frankreich, Drama, LGTBQ+).

Anfang der 1990er Jahre: Nachdem AIDS bereits seit fast zehn Jahren unzählige Menschenleben gefordert hat, vervielfachen die Aktivisten von Act Up-Paris ihre Aktionen, um die allgemeine Gleichgültigkeit zu bekämpfen. Nathan, ein Neuling in der Gruppe, wird von Sean, einem radikalen Militanten, in seiner Welt erschüttert. Zwischen Sean und Nathan entwickelt sich schnell eine Beziehung, doch Sean trägt das tödliche Virus bereits in sich…

Regisseur und Drehbuchautor Robin Campillon war ab April 1992 selbst Mitglied von Act Up Paris und wirft einen dokumentarisch angehauchten Rückblick auf die schlimmste Phase der AIDS-Epidemie. Weltpremiere feierte das mitreißend-anarchische Drama bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2017, wo er nicht, wie vom damaligen Jurypräsident Pedro Almodóvar gewünscht, die Goldene Palme verliehen bekam, sondern mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

 

Bild: Courtesy of MUBI

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