4. Mai 2026

Kinobesuche nehmen global zu – Gen Z als treibende Kraft

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AG Kino – Gilde zu neuer Studie der Global Cinema Federation

Das junge Publikum geht wieder häufiger ins Kino. Rund drei Viertel aller Befragten sagen: Kino ist wichtig für ihr Wohlbefinden. Das belegt eine neue internationale Studie der Global Cinema Federation. Und sie zeigt: Verkürzte Auswertungsfenster gefährden diesen Trend – Länder mit stabilen Fenstern wie Frankreich schneiden deutlich besser ab.

Die Global Cinema Federation (GCF), die rund 70 Prozent des weltweiten Kinomarkts vertritt, hat die Ergebnisse ihrer jährlichen internationalen Publikumsbefragung vorgelegt. Mit eindeutigem Ergebnis: Das Publikum will ins Kino. Besonders die junge Generation.

Mehr als Unterhaltung: 73 Prozent sagen, Kino ist wichtig für ihr Wohlbefinden
Ein erfreulicher Trend: 78 Prozent der Unter-25-Jährigen gehen gleich oft oder häufiger ins Kino als noch vor einem halben Jahr – ein Netto-Plus von 15 Prozent. 59 Prozent empfehlen den Kinobesuch aktiv weiter. Ein überdurchschnittlicher Wert, der zeigt: Die Generation, die mit Streaming aufgewachsen ist, entscheidet sich bewusst für das Kino. Dieser positive Trend spiegelt sich auch in Deutschland, wo der Kinomarkt seit Jahren kontinuierlich wächst und insbesondere der Arthousemarkt starke Zuwächse erfährt. Zuletzt verzeichneten die Mitglieder der AG Kino – Gilde im ersten Quartal 2026 erstmals wieder Besuchszahlen über dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019.

73 Prozent der Befragten weltweit geben derweil an, dass Kinobesuche für ihr Wohlbefinden wichtig sind. Nur 7 Prozent bevorzugen es, Filme zu Hause zu schauen. Was die Menschen offenbar ins Kino zieht: Abstand vom Alltag, Eintauchen in Geschichten und vor allem das Erleben von Gemeinschaft.

Verkürzte exklusive Erstauswertung schadet den Kinos
Was die Studie auch zeigt: Das Publikum geht im Schnitt 2,2-mal seltener ins Kino, weil die Titel zu schnell auf Streamingplattformen verfügbar sind. Wer davon ausgeht, dass ein Film bereits einen Monat nach Kinostart zu Hause verfügbar ist, geht sogar 3,1-mal weniger ins Kino. Umgekehrt zeigt die Studie: In Ländern mit stabilen, längeren Fenstern wie Frankreich, Japan oder der Schweiz ist dieser Effekt spürbar geringer.

Branche im Aufwind – Fusion und fehlendes Zukunftsprogramm Kino bleiben Risiken
Die Studie belegt, was sich in den Besuchszahlen weltweit abzeichnet: Die Branche hat nach der Pandemie Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Das Kino hat sich wie so oft gegen Widerstände behauptet und erheblichem Gegenwind standgehalten.

Zwei Entwicklungen bereiten der AG Kino – Gilde jedoch große Sorgen: die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance, bei der verbindliche Auflagen zum Schutz der Auswertungsfenster, der kulturellen Vielfalt und eines breiten Filmangebots unerlässlich sind – und der fehlende Beschluss zur Fortsetzung des Zukunftsprogramms Kino, das für Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Häuser unverzichtbar ist.

Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino – Gilde, ordnet ein:
„Kinos sind in ihren lokalen Gemeinschaften tief verwurzelt – als Kulturorte, Treffpunkte und Orte demokratischer Öffentlichkeit. In Zeiten wachsender Polarisierung und gesellschaftlicher Vereinsamung sind sie einer der wenigen verbliebenen kollektiven Räume. Um diese Arbeit weiter fortführen zu können, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen. Weitere Marktkonzentration schaden dem gesamte Film- und Kinoökosystem erheblich – sollte die Übernahme genehmigt werden, braucht es wirksame Abhilfemaßnahmen auf europäischer Ebene, die Auswertungsfenster und kulturelle Vielfalt schützen. Gleichzeitig stehen Kinos vor enormen Investitionsanforderungen: Mit KI beginnt die nächste technologische Revolution, während sie zugleich in Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Technik und den Erhalt ihrer Gebäude investieren müssen. Die besten Filme bleiben wirkungslos, wenn die Kinos, die sie zum Publikum bringen, nicht investieren können. Das Zukunftsprogramm Kino ist dafür unverzichtbar.“

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