10. November 2025
IDM Südtirol vergibt über 1,4 Mio. Euro im finalen Fördercall 2025
News
| Die Südtiroler Filmförderung IDM Film & Music Commission fördert im dritten und letzten Fördercall des Jahres 15 Projekte und erhöht damit die Gesamtzahl der 2025 geförderten Filmprojekte auf 36. Der Schwerpunkt liegt in dieser Runde mit sieben Projekten bei der Produktionsvorbereitungs-förderung, die Produktionsförderung folgt mit fünf Projekten, hinzu kommen Förderungen für drei Kurzfilme. Die Fördersumme des dritten Calls in Höhe von 1,425 Mio. Euro fließt an 13 Filmprojekte aus Italien, davon acht aus Südtirol, und zwei aus Deutschland. Bei sieben und damit über der Hälfte der geförderten Projekte führen Frauen Regie. Für die Umsetzung der unterstützten Filmprojekte sind 52 Drehtage in Südtirol angesetzt. Die erwartete Wertschöpfung beläuft sich auf über 2,6 Mio. Euro. |
Fünf Projekte werden mit Produktionsförderung unterstützt: Das in den Berner Alpen angesiedelte Sherlock Holmes Abenteuer „The Death of Sherlock Holmes“ nach dem Drehbuch von André Küttel und Simone Schmid und unter der Regie von Pierre Monnard und Claudia Blümhuber macht Anfang 2026 für neun Drehtage im Vinschgau Station. Produziert wird die Serie von der Bozner movie.mento Film sowie Silver Reel Partners aus dem schweizerischen Cham. Für sechs Tage kommt die near-future Serie „Husk“ nach Südtirol, konkret ins Skigebiet Schöneben-Haideralm. Die Frankfurter U5 Filmproduktion produziert die Serie um die Schwestern Emilia und Clara, bei der das Bewusstsein der im Koma liegenden Clara in Emilias Körper übertragen wird. Mia Maariel Meyer und Tim Trachte führen Regie. Komplett in Südtirol entsteht an insgesamt 24 Drehtagen die Kino-Komödie „Q.I. – Questioni Irrisolte“ über drei Künstler, die sich zu einem spirituellen Abenteuer zurückziehen, das sie von einem Kamerateam begleiten lassen, was wiederum zu Konflikten zwischen den abgehobenen Künstler und dem bodenständigen Kamerateam führt. Der Film ist eine Produktion der I.B.C. MOVIE Srl aus Bologna. Das Drehbuch stammt von Giovanni Crozza, der auch Regie führt. Andreas Pichler führt Regie beim Dokumentarfilm „Lieferung um jeden Preis – Die letzte Fahrt der Gulf Livestock“. Die Produktion der Miramonte Film aus Bozen und der Stuttgarter eikon Media erzählt vom Untergang des Frachtschiffs Gulf Livestock 1 mit 43 Besatzungsmitgliedern und fast 6.000 Rindern an Bord im Jahr 2020 und öffnet damit auch ein Fenster in die verborgene Welt der globalen Schifffahrt. Ein System, das von Geschwindigkeit und Profit getrieben wird, in dem Menschenleben entbehrlich sind und Tragödien auf See schnell in Vergessenheit geraten. Mit „Shut the f**** up!“ erhält ein zweiter Dokumentarfilm Förderung. Regisseurin Taisiia Kutuzova begleitet darin den 16-jährigen Ukrainer Serhiy, der in seinem Dorf bei Kiew den Kampf gegen mächtige Unternehmer und korrupte Beamte aufnimmt, die an seinem Lieblingssee illegal Häuser errichten und die Umwelt schädigen. Helios Sustainable Films aus Bozen produzieren gemeinsam mit Crimean Waves LLC aus Kiew. Sieben Filmprojekte erhalten Produktionsvorbereitungsförderung: Das in den malerischen Wintersportorten rund um das Gebirgsmassiv der Sella-Gruppe angesiedelte Serienprojekt „Peak Season“ bringt alle Zutaten spannender TV-Serienunterhaltung mit: Mord, Verschwörung und Rache. Es produziert Paradox Studios aus Rom. Das Treatment stammt von Francesca Bertoni aus Südtriol. Der Südtiroler Ronny Trocker nimmt sich in „A Fever Dream“ Maria Sibylla Merians Hauptwerk „Metamorphosis insectorum Surinamensium“ aus dem Jahr 1705 an. Das prachtvolle Buch umfasst 60 Tafeln mit Zeichnungen, Stichen und Beschreibungen von Pflanzen und Insekten aus Suriname. Konzipiert als Begegnung zwischen Merian und ihrem versklavten Helfer Samuel, wechselt der Film die Perspektiven und taucht tief in die koloniale Vergangenheit ein. Produziert wird der Film von Junafilm aus Hamburg und Mater Pictures ApS Kopenhagen. Die Bozner Albolina Film entwickelt mit der Regisseurin und Autorin Federica Martino den Spielfilm „Figlia del Fieno“, eine Waisengeschichte aus den Bergen der Region Trentino-Südtirol zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt steht Lucia, die nach dem Tod ihrer Pflegeeltern aufbricht, um ihre leibliche Mutter zu finden. Mysteriös geht es dagegen in „Panoramahotel“ zu. Das Eiskunstlauftalent Nicole Berger sucht im leerstehenden elterlichen Hotel nach Antworten, bis sie erkennt, dass sie nicht allein ist. Die italienische Hive Division produziert, das Treatment stammt von Raffaele Pizzati Sertorelli und Regisseurin Cecilia Bozza Wolf. Viola Film aus Rom entwickelt gemeinsam mit der Wiener Primary Pictures und Melograno Films aus Los Angeles das Serienprojekt „Eva Dorme“, basierend auf der gleichnamigen Romanvorlage der Autorin Francesca Melandri, die gemeinsam mit Catherine Linstrum auch das Drehbuch für die Serie schreibt. „Eva Dorme“ erzählt die Geschichte zweier Frauen, Mutter und Tochter, die in Südtirol, wo Zugehörigkeit zu einer Sprache oder Familie alles andere als einfach war, Diskriminierung und Armut entkommen. Auch die Vorbereitung der Produktion des Dokumentarfilms „Opening the Box“ wird gefördert. Georg Manuel Zeller, ein deutsches ‚Enkelkind des Zweiten Weltkriegs‘, begibt sich auf die Suche nach der Geschichte seiner Familie zur Nazi-Zeit und ihrer Flucht aus ihrer Donau schwäbischen Heimat. Und schließlich erkundet die Bozner 19 Società Cooperativa rund um Marco Vitale und Maria Radicchi in ihrem Dokumentarfilmprojekt „Tra il cane e il lupo“ die fließende Grenze zwischen Hunden und Wölfen sowie zwischen Mythen, Wissenschaft und traditioneller Weidewirtschaft Der 3. Call umfasst auch die Förderung von drei Kurzfilmen: Matto Film aus Bozen und Sayonara Film aus Bologna produzieren Lorenzo Puntonis (Buch und Regie) Geschichte „Accendere un fuoco“ um einen Wanderer, der bei der winterlichen Überquerung eines Gebirgspasses in ein Eisloch einbricht und dort um sein Überleben kämpft. Ab April 2026 dreht die Mediaart aus Bozen den Kurzfilm „Thunder e mio fratello“ nach dem Buch von Stefania Accettulli und Matteo Raffaelli, die auch Regie führen. Gedreht wird in Jenesien und auf dem Salten. Im Mittelpunkt steht Irene, die nach dem Selbstmord ihres Bruders dessen Pferd Thunder erbt – eine Erfahrung, die sie zwingt, sich ihren Ängsten zu stellen und neue Stärke zu finden. Die Coming of age Geschichte „Howl“, produziert von Pilgrim aus Triest und durch das Kurzfilmprogramm MASO ermöglicht, erzählt die Geschichte der jungen Nina, die ihrem todkranken Vater durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Naturklänge – insbesondere die Rufe der Wölfe – wieder näherkommt und zugleich lernt, ihn loszulassen. Margherita Panizon führt Regie und schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Marco Borromei. Realisiert wird der Film in Leifers. 2026 sind erneut drei Förderrunden mit folgenden Fristen angesetzt: Call #1 | 2026: Einreichung bis 20. Januar 2026 Call # 2 | 2026: Einreichung bis 5. Mai 2026 Call # 3 | 2026: Einreichung bis 8. September 2026 Ein Beratungsgespräch ist vor der Einreichung eines Förderantrags unbedingt erforderlich. Weitere Informationen zur IDM Film & Music Commission Südtirol Lesen Sie hier das TAKE Magazin |
