21. Februar 2026
Gilde Filmpreise für den Wettbewerb und Generation 14plus vergeben
News
Zum 36. Mal vergab der Arthouse-Kinoverband AG Kino – Gilde e.V. den Gilde Filmpreis für den besten Film im internationalen Wettbewerb der Berlinale. Bereits zum sechsten Mal zeichneten zudem junge Kinomacherinnen aus der AG Kino – Gilde in der Jury ‚Cinema Vision 14plus‘ ihren Favoritenfilm in der Sektion Generation 14plus aus.
Bester Film im Wettbewerb:
GELBE BRIEFE
von Ilker Çatak
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Begründung der Jury:
Es ist das Wesen unserer modernen Gesellschaften, dass wir zwischen Anpassung und Abgrenzung, zwischen autoritären und freiheitlichen Strukturen changieren. In „Gelbe Briefe“ existieren demokratische und diktatorische Gesellschaftsstrukturen nebeneinander. Die Innenansicht der Türkei, wie sie heute existiert, wird ins Stadtbild von Berlin und Hamburg (Ankara und Istanbul) verlegt. Ein toller Kunstgriff, weil er die gesellschaftliche Entwicklung, in der wir uns aktuell auch in ganz Europa und weltweit befinden, auf den Punkt bringt. Das Nebeneinander von Gradlinigkeit und Anpassung spiegelt sich kongenial im Figurenensemble und deren Spiel. In persönlich unsicheren Zeiten fallen die Protagonisten in scheinbar überwunden geglaubte patriarchalische Verhaltensmuster zurück.
Lobende Erwähnung:
THE LONELIEST MAN IN TOWN
von Tizza Covi und Rainer Frimmel
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Begründung der Jury:
Ein Film wie ein guter Bluessong. Ein Wiener Original in einer leider aussterbenden Welt, der zeigt, dass die analoge Welt mit ihren Schallplatten und Zeitschriften ihren eigenen Zauber hat. Der Bluesmusiker Alois alias Al Cook spielt sich in der schönsten Überraschung des Berlinale-Wettbewerbs selbst.
Die Jury für den Wettbewerb der Berlinale 2026 bestand aus:
Claudia Dostal (Yorck Kino GmbH, Berlin)
Hans Jörg Bondiau (Zoom Kino, Brühl)
Kathrin Bohm-Berg (multiculturelles centrum, Templin)
Bester Film in der Sektion Generation 14plus:
WHAT WILL I BECOME?
von Lexie Bean und Logan Rozos
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Begründung der Jury:
Der Film kreiert einen Ort, gehört und gesehen zu werden – bewusst, authentisch, sicher. Eine selbstgebaute Höhle, in die wir hinein krabbeln, die in unserer Gesellschaft nicht existiert. Wir haben Raum für Wut, Trauer, Überforderung. Trotzdem hinterließ er uns mit Hoffnung – dem Wunsch nach Akzeptanz, Unterstützung, Liebe.
Danke Lexie, Logan, für persönliche Lebensgeschichten, die zu einem Teil von uns wurden. Dass ihr die transmännliche Community sichtbar macht und für uns da seid.
Danke für WHAT WILL I BECOME?
Danke, dass ihr diese Frage stellt.
Danke, dass ihr da seid.
Lobende Erwähnung:
SUNNY DANCER
von George Jaques
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Begründung der Jury:
Unsere lobende Erwähnung gilt einem Film, der uns mitnimmt in eine Momentaufnahme, ganz ohne Filter. Der Film hat uns direkt zum Auftakt des Festivals alle Emotionen durchleben lassen und zusammengeschweißt. Mit dieser Energie verlassen wir tänzelnd und als Teil dieser besonderen Clique den Kinosaal. Begeben uns als Freund*innen gemeinsam auf die weitere Achterbahnfahrt durch die gesamte Bandbreite des Generation 14plus-Programms. Danke George, dass Du uns mit SUNNY DANCER hast tanzen lassen, selbst wenn wir uns nicht immer danach gefühlt haben.
Die Jury Berlinale Generation 14plus 2026 bestand aus:
Nadine Melzer (Scala Kino, Leverkusen)
Ophelia Hertel (Broadway Filmtheater, Trier)
Dina Schilke (Capitol Arthouse Kino, Mainz)
Die Arthouse Kinobetreiber:innen gratulieren zu diesen Preisen.
Zudem vergab erneut zwei Jurys der Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essai (CICAE), dem internationalen Verband von Filmkunsttheatern, dem die AG Kino-Gilde angehört, Preise für den besten Film in der Sektion Panorama und der Sektion Forum.
Bester Film der Sektion Panorama:
STAATSSCHUTZ
von Faraz Shariat
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Begründung der Jury:
Dieser Film spricht eines der drängendsten Probleme unserer Zeit, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, an. Er konfrontiert uns mit der Illusion der Neutralität innerhalb von Institutionen, die Objektivität für sich beanspruchen, und deckt auf, wie Systeme, die eigentlich schützen sollen, rassistische Gewalt herunterspielen oder verschleiern können. Er zeigt mit schmerzhafter Deutlichkeit, dass kein Maß an Professionalität oder Integrität diejenigen schützen kann, die nicht als dazugehörig angesehen werden. Die Geschichte hinterfragt unsere vorbildlichen Modelle der Gerechtigkeit und fragt uns, wo wir stehen. Akzeptieren wir systemische Unterdrückung, die als Einzelfälle getarnt sind, oder fordern wir etwas Besseres? Für seinen Mut und seine Dringlichkeit geht unser Preis an „Staatsschutz“
Die CICAE-Jury für das Panorama der Berlinale 2026 bestand aus:
Lukas Berberich (Schweden)
Patryk Chromik (Polen)
Elena Ciofalo (Italien)
Bester Film in der Sektion Forum:
DE CAPUL NOSTRU – ON OUR OWN
von Tudor Cristian Jurgiu
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Begründung der Jury:
Dieser Film erforscht meisterhaft tiefgründige und komplexe gesellschaftliche Themen mit Wärme, Sensibilität und einer erfrischend leichten Note. Durch ein fesselndes Erzählen und eine visuell natürliche, immersive Kameraführung zieht er das Publikum mühelos in seine Welt hinein und lässt es eng mit der sich auf der Leinwand entfaltenden Reise mitfühlen. Seine durchdachte Balance zwischen Tiefgang und Zugänglichkeit sorgt dafür, dass er generationenübergreifend Anklang findet und sowohl junge Zuschauerinnen und Zuschauer als auch Erwachsene gleichermaßen begeistert. Indem der Film bedeutungsvolle Themen mit universeller Anziehungskraft verbindet, hebt er sich als kraftvolle und zugleich unterhaltsame cineastische Leistung hervor, die durch die herausragende Darbietung des Ensembles vollendet wird.
Die CICAE-Jury für das Forum der Berlinale 2026 bestand aus:
Consuelo De Choudens-Holzer (Frankreich)
Ingrid Machado (Brasilien)
Francesc Villallonga (Soanien)
