26. März 2026

Die Retrospektive des achtung berlin filmfestival: “Der Nachhall der Baseballschlägerjahre” 

News

  • Die Retrospektive findet vom 16.- 20. April 2026 im Lichtblick-Kino statt
  • Neun ausgewählte Filme und eine Vielfalt filmischen Erzählens
  • Gespräche mit Filmemacher:innen wie Andreas Voigt, Roland Steiner und Aysun Bademsoy sowie eine zentrale Paneldiskussion 

Die diesjährige Retrospektive des achtung berlin filmfestival beleuchtet die rechte Gewalt der sogenannten Baseballschlägerjahre der Nachwendezeit und zeigt die beunruhigenden Entwicklungslinien rechter Radikalisierung bis in die Gegenwart. 

In den vergangenen Jahren hat sich das politische Klima in vielen westlichen Gesellschaften deutlich verschoben. Nationalistische und rechtspopulistische Positionen sind längst im Mainstream angekommen – in den USA, in Europa und auch in Deutschland. Gleichzeitig nehmen rechtsextrem motivierte Straftaten zu und gewaltbereite Gruppen treten selbstbewusster auf. Fachleute warnen bereits vor einer Rückkehr der Gewalt der sogenannten Baseballschlägerjahre. 

Vor diesem Hintergrund widmet sich die von der Filmemacherin und Kuratorin Ina Borrmann zusammengestellte filmhistorische Retrospektive des Festivals einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte: der Welle rechter Gewalt in den 1990er Jahren. Die Retrospektive bringt dazu neun Filme unterschiedlicher Erzählweisen miteinander ins Gespräch, die diese Phase und auch die Entwicklungslinien rechter Radikalisierung bis in die Gegenwart sichtbar machen. 

Den Ausgangspunkt  bilden drei Dokumentarfilme. Während sich die Filme “Glaube, Liebe, Hoffnung” von Andreas Voigt und “Stau” von Thomas Heise explizit mit rechtsextremen Milieus beschäftigen, gibt der Filmemacher Roland Steiner in seinem Film “Unsere Kinder” (DDR 1989) erstmals Jugendlichen eine Stimme, die keinen Platz in der DDR fanden: Skinheads, Punks und Grufties. Die Jugendlichen sprechen über ihre Lebensrealität, ihre Perspektivlosigkeit und ihren Widerstand gegen gesellschaftliche Normen. Die Filmauswahl spannt einen Bogen von diesen frühen drei Dokumentarfilmen der Wende- und Nachwendezeit der 1990er Jahre über fiktionale Arbeiten um die Jahrtausendwende bis zu aktuelleren Produktionen, die rechte Ideologien und ihre Folgen bis in die Gegenwart nachzeichnen.

Alle Filme der Filmreihe werden von Gesprächen mit den Filmemacher:innen begleitet, bei denen der Austausch mit dem Publikum im Zentrum stehen soll. Dabei geht es dann bpsw. auch um die Frage, wie sich komplexe politische und historische Zusammenhänge filmisch so erzählen lassen, dass sie analytisch präzise und zugleich emotional zugänglich sind. 

Darüber hinaus wird es  am Sonntag, den 19.4. um 15 Uhr im Lichtblick-Kino ein Panel mit Expert:innen geben, das viele von der Filmreihe aufgeworfene Fragen vertiefen soll.

Die Filme der von Ina Borrmann kuratierten Retrospektive sind eindringlich, bewegend und unbequem. Sie eröffnen Perspektiven, stoßen Debatten an und laden dazu ein, Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Beziehung zu setzen. Die Retrospektive bietet Raum für Erinnerung, kritische Auseinandersetzung und Dialog. Ziel unserer Filmreihe ist es, ein klares Signal gegen rechte Gewalt zu setzen – und damit einen Beitrag zur Stärkung der demokratischen Kultur zu leisten.” sagen Regina Kräh und Sebastian Brose, Leiter:innen des achtung berlin filmfestival.

Die Retrospektive „Der Nachhall der Baseballschlägerjahre“ läuft im Lichtblick-Kino und wird vom Kulturamt Pankow von Berlin gefördert, mit freundlicher Unterstützung der DEFA-Stiftung und der Deutsche Kinemathek.

Über das achtung berlin filmfestival:
Mit dem Fokus auf das Filmschaffen in der deutschen Hauptstadtregion hat sich das achtung berlin filmfestival zu einer unverwechselbaren Marke in der nationalen Festivallandschaft entwickelt und ist bei Filmprofessionals und Kinopublikum gleichermaßen geschätzt als Ort der filmischen Entdeckungen und des Austauschs mit Berliner Talenten. Jedes Jahr im April präsentiert das achtung berlin filmfestival rund 80 aktuelle Spiel-, Dokumentar-, Mittellange- und Kurzfilme sowie Serien, die entweder ganz oder teilweise mit einer in Berlin oder Brandenburg ansässigen Filmproduktion, einer/m Koproduzent:in oder Regisseur:in entstanden sind oder vor Ort in der Region Berlin-Brandenburg gedreht wurden: Etablierte Produktionen und Kinofilme haben hier ebenso ihren Platz wie Debütfilme, Abschlussarbeiten und kleine Fernsehspiele. Alle Spiel- und Dokumentarfilme der Wettbewerbe des achtung berlin filmfestival werden als Welt-, Deutschland- oder Berlin-Premieren noch vor ihrem offiziellen Kinostart präsentiert. Abgerundet wird das Filmfestival durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops, Pitches, Panels und Filmgesprächen.
 
Das achtung berlin filmfestival wird veranstaltet von achtung berlin e.V., gefördert von der Medienboard Berlin-Brandenburg. Die diesjährige Retrospektive wird gefördert vom Bezirksamt Pankow von Berlin. 

Weitere Infos unter https://achtungberlin.de

Pressekontakt: 
SteinbrennerMüller Kommunikation
Jasmin Knich und Kristian Müller 
mail@steinbrennermueller.de 
Tel. 030 4737 2192


Die Filme der Retrospektive:

Screening am Donnerstag, 16.4. 18:00 Uhr
GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG 

von Andreas Voigt, D 1992/1993, 88 min
anschließendes Filmgespräch mit dem Filmemacher Andreas Voigt
DEFA-Studio für Dokumentarfilme / à jour Film- und Fernsehproduktion GmbH
Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin
Dokumentarfilm

Screening am Freitag, 17.4. 18:00 Uhr
AUS DER FERNE 

von Hoang Quynh Nguyen und Benjamin Hujawa, 
D 2025, 17 min
anschließendes Filmgespräch mit Hoang Quynh Nguyen und Benjamin Hujawa
AG Kurzfilm
Kurz-Dokumentarfilm
und
SPUREN – DIE OPFER DES NSU 
von Aysun Bademsoy, D 2019, 81 min
anschließendes Filmgespräch mit der Filmemacherin 
Ma.ja. de Filmproduktion 
Verleih: Salzgeber
Dokumentarfilm

Screening am Freitag, 17.4. 20:30 Uhr
OI! WARNING 

von Dominik und Benjamin Reding, D 1999, 89 min
anschließendes Filmgespräch mit den Filmemachern
Schlammtaucher Film 
Spielfilm 

Screening am Samstag, 18.4. 16:00 Uhr
BEFREITE ZONE 

von Norbert Baumgarten, D 2002, 93 min
anschließendes Filmgespräch mit dem Filmemacher 
öFilm / JuniFilm 
Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin
Spielfilm 

Screening am Samstag, 18.4. 21:00 Uhr
WINTERMÄRCHEN 

von Jan Bonny, D 2018, 125  min
anschließendes Filmgespräch mit dem Filmemacher 
Heimatfilm 
Verleih: W-Film
Spielfilm 

PANEL am Sonntag, 19.4. 15:00 Uhr mit Filmschaffenden der Retrospektive (u.a. Roland Steiner) und Expert:innen zur Retrospektive „Der Nachhall der Baseballschlägerjahre“

Screening am Sonntag, 19.4. 17:30 Uhr
UNSERE KINDER 

von Roland Steiner, DDR 1989, 88 min
anschließendes Filmgespräch mit dem Filmemacher
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
DEFA-Filmverleih in der Deutschen Kinemathek, Berlin
Dokumentarfilm

Screening am Sonntag, 19.4. 20:00 Uhr
DER KICK 

von Andres Veiel, D 2005, 82 min
anschließendes Filmgespräch mit der Produzentin Brigitte Kramer
Nachtaktivfilm 
Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin
filmische Adaption eines dokumentarischen Theaterstücks

Screening am Montag, 20.4. 21:00 Uhr
STAU – JETZT GEHT´S LOS 

von Thomas Heise, D 1992, 85 min
anschließendes Filmgespräch mit der Produzentin Katrin Schlösser
öFilm
Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin
Dokumentarfilm

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SteinbrennerMüller Kommunikation
in Berlin hat sich auf die Kommunikation und Pressearbeit in den Bereichen Kultur und Medien spezialisiert. Die Agentur wird von Dr. Kathrin Steinbrenner und Kristian Müller geführt.