12. März 2026

achtung berlin filmfestival: Der Wettbewerb abendfüllender Dokumentarfilm steht

News

Die Wettbewerbsbeiträge abendfüllender Dokumentarfilm für die diesjährige Ausgabe des achtung berlin filmfestival (15. – 22. April 2026) stehen fest. Alle Wettbewerbsfilme laufen beim Festival vor ihrem offiziellen Kinostart. 

In diesem Jahr konkurrieren elf Langfilm-Produktionen, darunter zwei Weltpremieren, eine Deutschlandpremiere und acht Berlin-Premieren, um die new berlin film awards in den Kategorien ‚Bester Dokumentarfilm’ und ‚Beste Kamera’.

In der diesjährigen Dokumentarfilm-Auswahl beleuchten die Filmschaffenden interkulturelle und generationsübergreifende Perspektiven und Erfahrungen mit erhellenden Fragestellungen rund um Sprache, Trauma, Umwelt und Transformationsprozessen – und dies immer empathisch mit und bei den Menschen, die sie zeigen und deren Geschichten sie erzählen. 

Mara will nach der Geburt ihres Sohnes in die Welt der Kunst zurück. Doch bevor sie richtig beginnen kann, wird sie erneut schwanger: woman/mother. In Double Trouble meistern Hanka und Bronka ihren Alltag in einem polnischen Dorf in der rumänischen Bukovina mit Humor und Beharrlichkeit. Frauen auf der Flucht, oft Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt, finden in Where the Waves took her auf einem Seenotrettungsschiff einen Moment der Sicherheit durch eine Hebamme. Und Taste of Salt fragt: Haben wir das Ertrinken bereits überlebt? Zwei syrische Exilanten und ein Elternpaar hadern mit ihrem neuen Leben in Berlin. Active Vocabulary stellt mit einer Berliner Schulklasse den Fall einer jungen russischen Lehrerin nach, die aufgrund einer Aussage gegen den Krieg von einem Schüler denunziert wurde. A Jewish Problem dokumentiert die intime Gewaltgeschichte einer Familie zwischen Berlin und Palästina – zwischen der Flucht der Großmutter aus dem nationalsozialistischen Deutschland und den Erfahrungen als israelischer Soldat im besetzten Palästina. Zwischen den 1950er und 1980er Jahren wurden in Deutschland Millionen von Kinder in sogenannte Kurheime verschickt: Schwarze Häuser macht die strukturelle Gewalt dieses vermeintlichen „Heilsystems“ sichtbar. Weisser Rauch über schwarze Pumpe zeigt die Verzweiflung der im Frühjahr 1991 kurz vor der Entlassung stehenden Arbeiterinnen und Arbeiter im ehemaligen Energiedreieck der DDR und wie es ihnen heute geht. Als Vogelwart verbringt Kilian sieben Monate alleine auf der Düneninsel Scharhörn. Im Licht der Sandbank dokumentiert die Zuneigung zur Landschaft und die Vorahnung, dass vieles davon verschwinden wird. An einer Straßenecke in Berlin wird aus einem alten Supermarkt ein Neubau – zwischen Abriss und Baustelle nimmt in Nichts bleibt und nichts verschwindet die Arbeit der Veränderung Gestalt an. In Los Angeles und Tokio lädt Cities of Ghosts and Angels Menschen dazu ein, unerfüllte Wünsche auszuleben, indem Fremde jene verkörpern, nach denen sie sich sehnen. 

Der Wettbewerb abendfüllender Dokumentarfilm teilt die ästhetische Vielfalt mit der Spielfilmauswahl dieser Festivalausgabe – nur deutlich politischer. Die Filme greifen die Konflikte der Zeit auf: Krieg und Flucht, Gewalt und Trauma. Sie erzählen aber auch von Träumen, dem Alltag, von Gestaltung und Transformation. Aufmerksam und sensibel dokumentieren die Filmschaffenden außergewöhnliche Persönlichkeiten, Schicksale, Communities und gesellschaftliche Wirklichkeiten, beleuchten Vergangenheit, Veränderung, Lebens- und Sehnsuchtsräume. Dabei führen sie uns an nahe und unbekannte Orte und zu Themen, die auf der Haut brennen. Und sie stellen uns Menschen vor, deren Geschichten uns bewegen”, so Regina Kräh und Sebastian Brose, Leiter:innen des Festivals. 

Die Festivalvorführungen finden in Berlin im Colosseum, Babylon, fsk Kino am Oranienplatz, City Kino Wedding, ACUDkino, Lichtblick-Kino, Wolf Kino und im Il Kino statt. Sowie zum zweiten Mal im BALI Kino im Südwesten der Stadt. 

Das Festival dankt seinen Preisstifter:innen im Wettbewerb ‘Abendfüllender Dokumentarfilm’: Shoot’n’Post und 25p *cine support. 

Über das achtung berlin filmfestival 
Mit dem Fokus auf das Filmschaffen in der deutschen Hauptstadtregion hat sich das achtung berlin filmfestival zu einer unverwechselbaren Marke in der nationalen Festivallandschaft entwickelt und ist bei Filmprofessionals und Kinopublikum gleichermaßen geschätzt als Ort der filmischen Entdeckungen und des Austauschs mit Berliner Talenten. Jedes Jahr im April präsentiert das achtung berlin filmfestival rund 80 aktuelle Spiel-, Dokumentar-, Mittellange- und Kurzfilme sowie Serien, die entweder ganz oder teilweise mit einer in Berlin oder Brandenburg ansässigen Filmproduktion, einer/m Koproduzent:in oder Regisseur:in entstanden sind oder vor Ort in der Region Berlin-Brandenburg gedreht wurden: Etablierte Produktionen und Kinofilme haben hier ebenso ihren Platz wie Debütfilme, Abschlussarbeiten und kleine Fernsehspiele. Alle Spiel- und Dokumentarfilme der Wettbewerbe des achtung berlin filmfestival werden als Welt-, Deutschland- oder Berlin-Premieren noch vor ihrem offiziellen Kinostart präsentiert. Abgerundet wird das Filmfestival durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops, Pitches, Panels und Filmgesprächen. 
Das achtung berlin filmfestival wird veranstaltet von achtung berlin e.V., gefördert von der Medienboard Berlin-Brandenburg. Die diesjährige Retrospektive wird gefördert vom Bezirksamt Pankow von Berlin. 
Weitere Info demnächst https://achtungberlin.de


Wettbewerb Dokumentarfilm

ACTIVE VOCABULARY
von Yulia Lokshina, Deutschland 2025 
Yulia Lokshina Produktion, Objetos Perdidos (Germany)

A JEWISH PROBLEM
von Ron Rothschild, Deutschland 2025
Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

CITIES OF GHOSTS AND ANGELS (Weltpremiere)
von Katarina Schröter, Deutschland 2026
Katarina Schröter Films

DOUBLE TROUBLE 
von Emilia Śniegoska, Deutschland, Polen 2025
Vision House Productions, Adam Mickiewicz Institute

IM LICHT DER SANDBANK
von Kilian Helmbrecht, Deutschland 2025
Atara Film
Verleih: missingFIILMs

NICHTS BLEIBT UND NICHTS VERSCHWINDET
von Paul Sonntag, Deutschland 2025
Filmakademie Baden-Württemberg

SCHWARZE HÄUSER (Weltpremiere)
von Katrin Sikora, Deutschland 2026
Tondowski Films, ZDF-Das kleine Fernsehspiel

TASTE OF SALT (Deutschlandpremiere)
von Raaed Al Kour, Deutschland 2025 
Viktor Schimpf Filmproduktion, Hochschule für Fernsehen und Film München

WEIßER RAUCH ÜBER SCHWARZE PUMPE
von Martin Gressmann, Deutschland 2025
Martin Gressmann Filmproduktion

WHERE THE WAVES TOOK HER
von Jana Stallein, Deutschland 2025
Wüste Film West, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, RBB

WOMAN/MOTHER
von Klara Harden, Deutschland 2025
Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

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